Straßen als Politikum

Jügesheim (eh) - An Jügesheims letzten Bürgermeister Wilhelm Albert (SPD) soll ein Straßenname im künftigen Baugebiet „Auf den Bruchgärten“ (J 41) erinnern. Das hat der Ortsbeirat Jügesheim am Donnerstag einstimmig beschlossen.

Die Benennung der beiden anderen Wege war umstritten. Die Mehrheit (SPD, Grüne, FDP) entschied sich für den FDP-Politiker und Journalisten Karl-Hermann Flach und die Fotokünstlerin Gisèle Freund.

Ortsvorsteher Gert Schmalenbach (SPD) hatte nach eigenen Angaben auch die Jügesheimer CDU um einen Namensvorschlag gebeten. Die Christdemokraten favorisierten jedoch die Vorschläge des Magistrats, die Stadtrat Michael Schüßler (FDP) vorgelegt hatte. Der Magistrat hatte angeregt, die neuen Wege an der Verlängerung der Marburger Straße nach den mittelhessischen Städten Gießen, Alsfeld und Wetzlar zu benennen. Die Vergabe von Straßennamen ist ausschließlich Sache des Ortsbeirats.

Für die SPD war es Ehrensache, an den verstorbenen Wilhelm Albert zu erinnern. Der gelernte Verwaltungsbeamte war von 1963 bis 1977 Bürgermeister Jügesheims.

Für eine eigene Note

Für eine eigene Note in der Diskussion sorgte Heino Reckließ, der Vorsitzende der FDP-Stadtverordnetenfraktion. Er bezeichnete Karl-Hermann Flach als seinen persönlichen Vorgänger in der sozialliberalen Politik. Der frühere Bundesgeschäftsführer und Generalsekretär der FDP sei nach Theodor Heuss erst der zweite liberale Politiker, dem Rodgau eine Straße widme. Flach gilt als ein Wegbereiter der sozialliberalen Koalition im Bund von 1969 bis 1982. Für seine journalistische Arbeit bei der Frankfurter Rundschau wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Einen Gisèle-Freund-Weg erhält Jügesheim auf Vorschlag von Bündnis 90/Grünen. Die Fotografin war 1933 vor den Nationalsozialisten nach Frankreich geflohen. Vor allem ihre Porträtfotografien sind weltberühmt.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Paul-Georg Meister

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