Streichen für Afrika

Rodgau - Der alte Mitsubishi hatte es wirklich nötig. 352 000 Kilometer auf dem Tacho - und Schmutz, wohin das Auge sieht. Kontakt mit Staubsauger und Glasrein hatte die Familienkutsche zuletzt vor zwei Jahren, als die Hauptuntersuchung beim TüV anstand. „Da kam die Aktion der Stauffenberg-Schüler gerade recht“, freute sich Angela Groh. +++ Fotostrecke +++ +++Video+++ Von Bernhard Pelka

Die Dirigentin beim Musikverein Nieder-Roden war heilfroh, als die Gymnasiasten zur bundesweiten Aktion „Dein Tag für Afrika“ gegen Spenden ihre Dienste anboten. Also schrubbten Kristin Follmann, Lena Schütt und Kim-Laura Herman, was Lappen und Hände hergaben - bis der Mitsubishi, der beim Transport der Familie und ungezählter Musikinstrumente schon so lange treue Dienste leistet, sauber wie seit Jahren nicht mehr war. „Er hat‘s wirklich verdient“, war Angela Groh sicher. Großes Lob spendierte sie ihren Helferinnen. „Die Aktion ist hervorragend.“

Die drei Jugendlichen gehörten zur Gruppe der rund 70 Oberstufenschüler der Claus-von-Stauffenberg-Schule, die an dem Aktionstag unter der Regie von Sarah Schütt namens des Vereins „Aktion Tagwerk“ diverse Dienste übernahmen und Spenden sammelten für Bildungsprojekte in Burundi und die Kinderhilfsorganisation „Human Help Network“.

Streichen für den guten zweck war bei den Rodgauer Jugendlichen angesagt.

Jugendliche verkauften im Rathaus Kuchen, andere putzten Autos oder kehrten die Straße. Eine Gruppe organisierte im Haus der Begegnung in Jügesheim ein Kinderfest. Weitere Teilnehmer arbeiteten einen Tag bei den Verkehrsbetrieben in Frankfurt. Auch deren Lohn floss in die Spendenkasse.
Gut an kam die gemeinnützige Aktion zum Beispiel beim Nieder-Röder Ortsvorsteher Steffen Hartmann. Im Garten seines Reihenhauses an der Dresdener Straße packten gleich sieben junge Damen an.

Bei Ortsvorsteher Steffen Hartmann werkelten die fleißigen helfer im Garten.

Andrea Schäfer, Laura Conigliaro, Melanie Bauer, Janine Kröger, Laura Werner, Mara Schütz und Jennifer Bolender tauschten den Schul-Kuli mit Pinsel und Farbe. Das Baumhaus, das der Architekt vor vier Jahren selbst entworfen und gebaut hatte, bedurfte dringend endlich des letzten Anstrichs. Dank der fleißigen Schülerhände strahlt es nun in Friesenblau und Hellelfenbein.
Der Ortsvorsteher und seine Frau Bettina unterstützten den Aktionstag gern. Das geschah aus eigenem Erleben. „Wir kennen die Not in Afrika. Als wir dort einmal in einem Nacht-Zug gefahren sind, sahen wir die Hütten entlang der Gleise. Dort leben die Menschen von den Abfällen, die aus dem Zug geworfen werden“, erzählte Hartmann. „Wir waren darüber sehr erschrocken.“

Ausdrücklich lobte er das Engagement der angehenden Abiturienten. „Sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst und tun sichtbar etwas für andere. Das muss man einfach unterstützen.“

Dieser Meinung waren zahlreiche andere Teilnehmer auch. Die Spendenhöhe stand gestern zwar noch nicht fest. Aber allein die Nachbarschaftshilfe erbrachte 465 Euro und das Kinderfest sowie der Kuchenverkauf am Rathaus 570 Euro.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pelka

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