Streitschlichter auf dem Schulhof

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Hände weg von den Mädchen: So wie in dieser gestellten Szene helfen Omar Khawaja (Zweiter von links) und Max Matthes (im Hintergrund) den Schülerinnen Lisa Renneberg, Sara Bahadir und Sofia Wupping. Links mimt Ruben Kluger den Aggressor.

Hainhausen (pul) ‐ Mit ihrem Buddy-Projekt geht die Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in die nächste Runde. Am 1. Februar erhalten die derzeit sieben Pausen-Buddys durch zwölf Schulkameraden Verstärkung. Sie schützen jüngere Schulkameraden vor Mobbing und Hänseleien.

„Wir sind keine Schule, in der Mobbing überhand nimmt oder wo Gewalt groß geschrieben wird“, sagt Jacqueline Altun, die seit zwei Jahren an der GSS unterrichtet. Aber der Blick der Lehrkräfte kann nicht überall sein.

So halten seit Schuljahresbeginn sieben Acht- bis Zehntklässler in den Pausen die Augen offen. Mit T-Shirts oder Armbinden, die sie als eine Form des Aufsichtspersonals ausweisen, verhindern sie Rangeleien auf dem Pausenhof. Außerdem dienen sie als Ansprechpartner für die ihnen zugewiesenen Schützlinge, wenn diese von Älteren drangsaliert werden oder wegen schlechter Noten einen Gesprächspartner brauchen.

„Das hat schon jeder durchgemacht“

„Das hat jeder schon in den kleineren Klassen durchgemacht“, erinnert sich Max Matthes (15) noch gut. Da wurde einem schon mal der Fußball oder das Tischtennis-Equipment von den Zehntklässlern abgenommen. Er konnte sich damals wehren, betont er. Das kann aber nicht jeder, und so macht er sich heute in den Pausen für Jüngere stark.

Auch Henry Friedrichs (15) sieht Sinn in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit und zählt eine weitere Aufgabe der Buddys auf: Neue Schüler zu integrieren und Kinder mit geringerer Sozialkompetenz an die Gemeinschaft heranzuführen.

Buddys gehen mit gutem Beispiel voran

Max Matthes und Henry Friedrichs sollen wie die restlichen fünf Pausen-Buddys immer Ansprechpartner für Jüngere sein. Eine Aufgabe, die die jugendlichen „Sozialarbeiter“ selber stark fordert. Schließlich müssen sie mit bestem Beispiel voran gehen und das Übertreten der Schulregeln ist für sie tabu.

„Das ist nicht leicht für Teenager“, weiß Jacqueline Altun, seit Sommer Leiterin dieses Buddy-Teilprojekts. In diesem Jahr besucht sie weitere Seminare, um anschließend die Jugendlichen am unterrichtsfreien Nachmittag auf deren verantwortungsvolle Aufgabe vorzubereiten.

Kooperations- und Konfliktfähigkeit sowie Kommunikationsstärke müssen Pausen-Buddys beherrschen, wenn sie als Streitschlichter auftreten. So soll laut den Buddy-Leitlinien verhindert werden, dass gegängelte Schüler instabiles Selbstwertgefühl und eine schwache Selbstwirksamkeitserwartung entwickeln. Denn dies sind Risikofaktoren, die zu Sucht oder auch zu Gewaltausübung führen können. Schon seit 2007 helfen Neuntklässler den neuen Fünftklässlern, soziale Kontakte zu knüpfen.

Quelle: op-online.de

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