Streuobst braucht Pflege

+
Mit Hacke und Gießkanne betätigten sich Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und Ortslandwirtin Beate Mahr an einem Apfelbäumchen. Mit im Bild: Hanneliese Einloft-Achenbach und Gerhard Klein.

Dudenhofen - Die Lust am eigenen Obstbaum will die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach wieder wecken. 101 Obstbäume wurden kürzlich bei Dudenhofen und Jügesheim gepflanzt, um die Feldgemarkung ökologisch und optisch aufzuwerten. Jetzt stehen die ersten Pflegemaßnahmen an. Von Ekkehard Wolf

Es reicht nicht, die Bäume an geeigneten Standorten zu pflanzen, sondern sie bedürfen - vor allem in den ersten Jahren - Wasser, Dünger und eines Erziehungsschnitts“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. Sie weiß, wovon sie redet, denn die Umweltdezernentin des Kreises arbeitet gern im eigenen Garten.

Das könnte ich den ganzen Tag lang machen“, sagte Jäger beim Fototermin für die Presse, als sie die Erde rings um einen Apfelbaum der Sorte „Schafsnase“ auflockerte. Doch bevor sie zur Hacke griff, riss sie erst einmal resolut den wuchernden Rainfarn aus der Erde: „Der muss raus.“

Äpfel, Birnen und Zwetschen bilden den Hauptanteil der gepflanzten Jungbäume. „Wir haben nicht nur einfach das klassische Kelterobst gesetzt, sondern auch Tafelobst“, berichtet Volker Rothenburger von der Unteren Naturschutzbehörde. Darunter seien auch neue Sorten, die gegen Schorf oder andere Krankheiten resistent sind. Die Auswahl der Sorten sei in Absprache mit den Grundeigentümern erfolgt. So bevorzugte die Stadt Rodgau pflegeleichte Nussbäume und Esskastanien, um nicht allzu viel Arbeit damit zu haben.

Der Unteren Naturschutzbehörde kommt es laut Rothenburger nicht nur darauf an, mehr Bäume in die Landschaft zu setzen: „Wir wollen auch erreichen, dass die Leute wieder mehr Interesse an ihren Grundstücken zeigen.“ Der Wunsch sei, „dass sich in der Bevölkerung eine Gruppe herausbildet, die sich um die Streuobstwiesen kümmert“.

Ein Anfang ist gemacht: Gerhard Klein, der sich seit seiner Kindheit mit Obstbäumen befasst, will im Herbst eine Apfelsorten-Führung östlich von Dudenhofen anbieten. Der erfahrene Obstgärtner schockierte die Umweltschützer aus dem Kreishaus mit seiner Empfehlung, Blattläuse an den Erstlingstrieben mit Pestiziden zu bekämpfen: „Das gibt sonst nie einen guten Leitast.“

Die Pflege der Obstbäume ist Sache der Eigentümer. Die Anfangspflege übernehmen Arbeitslose, die an einem Qualifizierungsprojekt des Internationalen Bundes (IB) aus Langen teilnehmen. Das Projekt „Öko-mobil“ besteht seit 2005. Bis zu 25 Hartz-IV-Klienten können für ein halbes Jahr mitmachen. Das sei kein bloßer Ein-Euro-Job, betont Hanneliese Einloft-Achenbach vom IB-Bildungszentrum Langen. Allein im letzten Jahr sei es gelungen, die Hälfte der Teilnehmer in Arbeitsstellen zu vermitteln. Aber jetzt wirke sich die Wirtschaftskrise spürbar aus: „Wir müssen sagen, dass es in diesem Jahr wesentlich schwieriger ist.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare