Mögliches Oberstufenticket im RMV

Studie: Schüler steigen auf die S-Bahn um

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500 Euro für die Abi-Kasse überreichte die Kreisverkehrsgesellschaft gestern an die Kurssprecher des 12. Jahrgangs der Stauffenberg-Schule. Aus diesem Jahrgang hatten sich die meisten Schüler an der Untersuchung für das Oberstufenticket beteiligt.

Dudenhofen - Wenn der Preis stimmt, steigen Oberstufenschüler vom Auto auf die S-Bahn um. Das hat eine Untersuchung der Hochschule Darmstadt an der Claus-von-Stauffenberg-Schule ergeben.

Die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach will sich nun dafür einsetzen, dass der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ein spezielles Oberstufenticket einführt. Zwei Drittel der Schüler hatten im November 2011 vier Wochen lang Fahrtenbücher geführt. In der zweiten Hälfte des Zeitraums konnten sie zum einmaligen Schnäppchenpreis von fünf Euro zwei Wochen lang alle RMV-Linien in Stadt und Kreis Offenbach sowie in Frankfurt nutzen. Vor allem die Zahl der Freizeitfahrten nach Frankfurt stieg daraufhin sprunghaft an.

Während die Schüler normalerweise 24 Prozent ihrer Wege mit dem öffentlichen Nahverkehr zurücklegen, stieg dieser Anteil durch das RMV-Ticket auf 36 Prozent. Dieser Zuwachs entfiel fast ausschließlich auf die S-Bahn. Die Schüler nutzten die Gelegenheit, am Wochenende kostenlos zum Einkaufen und zu Freizeitveranstaltungen nach Frankfurt zu fahren. Die Zahl der Fahrten nach Frankfurt explodierte von 135 auf 606, vor allem freitags abends und samstags.

Empfohlen: „Flatrates“ zwischen 20 und 50 Euro pro Monat

Die Erhebung über das Verkehrsverhalten der Oberstufenschüler lief als Studienprojekt der Hochschule Darmstadt. 40 Studenten von Prof. Jürgen Follmann arbeiteten daran zwei Semester lang. Die angehenden Bauingenieure erfassten 40.000 Datensätze. Zwei Studenten fanden dabei sogar Themen für ihre Abschlussarbeiten als Bachelor und Master. Einer von ihnen errechnete einen „optimalen Preis“ für ein Oberstufenticket, das von den Schülern akzeptiert wird.

Ein Ziel der Untersuchung bestand darin, einen attraktiven Ticketpreis zu ermitteln, bei dem weder der Verkehrsverbund noch der Kreis Offenbach draufzahlt. Die Autoren der Studie empfehlen so genannte „Flatrates“ zwischen 20 und 50 Euro pro Monat, bei denen man in Zehn-Euro-Schritten Tarifgebiete hinzubuchen kann. Für 50 Euro pro Monat könnte man im kompletten Kreis Offenbach sowie in den Städten Offenbach und Frankfurt beliebig oft fahren. Die bisher übliche „Clevercard“ der Preisstufe 4 kostet mit 95,90 Euro fast doppelt so viel.

Oberstufenschüler müssen „Clevercard“ selbst bezahlen

Während Schüler bis zur 10. Klasse in vielen Fällen eine kostenlose RMV-Zeitkarte erhalten, müssen Oberstufenschüler ihre „Clevercard“ selbst bezahlen. Diese Karte gilt während des Schuljahres aber nur für Fahrten zwischen Wohnung und Schule. Ein Samstag in der nahen Großstadt ist nicht drin. „Es hat sich bestätigt, dass die Clevercard (...) nur bedingt die Bedürfnisse der Oberstufenschüler erfüllt“, fasst Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger die Ergebnisse der Studie zusammen.

Die Kreisverkehrsgesellschaft wolle Jugendliche für den öffentlichen Nahverkehr gewinnen, betont Geschäftsführer Andreas Maatz, „denn gerade in dieser Altersgruppe verlieren wir die meisten Kunden“. Auf der Grundlage der Ergebnisse werde er nun dem RMV ein besseres Angebot für Schüler und Auszubildende vorschlagen. Von der Schüler-Flatrate könnte der Verkehrsverbund finanziell profitieren. Marcell Biederbick, der die Studie als wissenschaftlicher Mitarbeiter betreut hat, rechnet mit monatlichen Mehreinnahmen von 9.400 Euro für den RMV. 

RMV-Chef beantwortet Leserfragen 

Der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrbundes (RMV) Knut Ringat beantwortet Fragen unserer Leser. Vor allem die Dreieichbahn und die Seniorenkarte beschäftigen die Menschen in der Region.

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eh

Quelle: op-online.de

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