Suche nach der Stecknadel

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Ist das lang verschollene Kloster Rothaha entdeckt? Bei fachmännischen Untersuchungen stieß der Arbeitskreis für Heimatkunde auf alte Mauerreste im Boden.

Nieder-Roden (pul) ‐ Die Suche nach dem Standort des ehemaligen Klosters Rothaha ist für Karl Pohl zur großen Leidenschaft geworden. Unterstützt vom Arbeitskreis für Heimatkunde und Spendern suchten Fachleute mit einem einen Meter großen Magnetometer nach den altehrwürdigen Klostermauern - und wurden dieser Tage fündig.

Auch wenn andere Fachleute wie Professor Egon Schallmayer vom Landesamt für Denkmalpflege den Standort des 786 urkundlich erwähnten Klosters im Rödermärker Stadtteil Ober-Roden sehen, verwies Karl Pohl auf wegweisende Flurnamen, wie „Auf der Königswiese“ und „Das Seelig“, südlich und südöstlich des Rollwälder Vereinsgeländes. Und prompt förderte die geomagnetische Untersuchung „Auf den Röttern“, nördlich der Siedlung Rollwald, altes Gemäuer zutage.

Sieben Stunden lang schritten Fachleute das mit weißen Bändern in kleine Planquadrate zerstückelte Gelände ab. Etwa 1,2 Hektar ertastete so das Magnetometer, erfasste feinste Unterschiede des Erdmagnetismus, die durch im Boden enthaltene Störungen wie alte Fundamente, Gruben oder Pfostenlöcher entstehen.

Bedeutungsvoller Bau des Mittelalters

Das Ergebnis kann als kleine Sensation bezeichnet werden: Eher wie eine Landkarte vom Mond sieht die Abbildung aus, die die Firma Posselt aus dem Odenwald nach den Untersuchungen am Computer erstellte. Für geschulte Augen sind deutlich Mauern im Boden zu erkennen. Ein Gebäude, 30 mal zehn Meter groß.

„Bei der Mauergröße handelt es sich nicht um ein einfaches Bauernhaus“, so Karl Pohl, sondern um einen bedeutungsvollen Bau des Mittelalters. An der Ostseite sehen Fachleute sogar eine Apsis, axial ausgerichtet auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende.

Was Pohl bisher in seinen drei Büchern nur vermutete, sieht er durch die umfangreiche Untersuchung nun bestätigt und lässt den Begriff „Meilenstein“ innerhalb seiner Recherchen durchaus gelten. Denn in seinen Augen kann es sich bei dem Fund um den so genannten „Niwenhof“ handeln. Den vermutete der ehemalige Bauamtsleiter schon immer auf dem genannten Flurstück.

Abzugsfähige Spenden für die Untersuchung gehen an den Arbeitskreis für Heimatkunde, Konto 301203517, BLZ 50561315, Kennwort: Rotahasuche.

Der Niwenhof, ursprünglich der Vogteihof mit der Verwaltung, beherbergte den militärischen Schutz des Klosters und wurde in der 786 erstellten Urkunde erwähnt. Wenn alles gut läuft, sollen in der zweiten Maihälfte wieder weiße Bänder die Planquadrate über Rollwalds Fluren abstecken. Für die kostenintensiven Arbeiten wird um Spenden gebeten.

Quelle: op-online.de

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