Rodgauer Tanzsportclub feiert 35. Geburtstag

Musik aus der Petticoat-Zeit

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Die Besucher der RTC-Tanzparty ließen sich nicht lange bitten, als die „Red Hots“ zu den Instrumenten griffen.

Dudenhofen - Zu den Klängen „Goldener Oldies“ tanzten die Besucher des Herbstballs des Rodgauer Tanzsportclubs (RTC) im Bürgerhaus Dudenhofen, bis die Sohlen glühten.

Die Frankfurter Band „Red Hot“ spielte die Musik aus der Zeit, als Autos noch große Heckflossen hatten und ein Petticoat der letzte modische Schrei war. 50er, 60er, Rock ’n’ Roll, Twist, Boogie und vieles mehr ließen Musiker und Tänzer im festlichen Saal aufleben.

Nach langer Pause war dies nun der zweite Herbstball, den der RTC diesmal moderner als Tanzparty bezeichnet. Früher waren Herbstbälle Tradition und aus dem Programm überhaupt nicht wegzudenken. Daran will der Verein, der sein 35-jähriges Bestehen feiert, entgegen aller Widrigkeiten nun wieder abknüpfen. Zu den Schwierigkeiten für Veranstaltungen zählt zuerst einmal die Hallenmiete.

Für die Tanzparty am Wochenende mussten sich alle Helfer ranhalten. Denn Auf- und Abbau erfolgten direkt am Veranstaltungstag, um nicht noch für weitere Tage Miete an die Stadt Rodgau zahlen zu müssen. Die Tanzturniere, die der RTC bis voriges Jahr ausgerichtet hat, finden wegen Geldes nicht mehr statt, und für das große Kindertanzfestival musste der RTC schweren Herzens die Eintrittspreise erhöhen.

Zudem komme das Tanzen aus der Mode, berichten der langjährige Vorsitzende Rudolf Ullrich und Pressewart Constantin von Kalckstein. Früher sei das Tanzen „Pflicht“ gewesen, erinnern sich auch Marianne und Erwin Filbert. Die beiden Gründungsmitglieder sind immer noch aktiv dabei und haben manchen Wandel erlebt. Heute werde anders getanzt. Neue moderne Tänze und selbst der Trendsport Zumba graben den Standardtänzen das Wasser ab.

Turniersport ist eingeschlafen

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Die Wurzeln des Vereins bildeten eine Gruppe engagierter Tänzer, die zur Tanzschule immer nach Offenbach gehen mussten. Dem Wunsch, etwas im eigenen Ort auf die Beine zu stellen, folgte die Gründungsversammlung am 18. Januar 1978 in der Gärtnerklause Dudenhofen. 28 Mitglieder unterzeichneten damals. Schnell schoss die Mitgliederzahl in die Höhe, 200 waren bald erreicht. Vor 20 Jahren erreichte der RTC den Rekord von 485 Tänzerinnen und Tänzern, blickt Erwin Filbert etwas wehmütig zurück.

Der Turniersport hatte in den vergangenen Jahren einen hohen Stellenwert, ist inzwischen aber eingeschlafen. „Insgesamt 325 Turniere haben wir veranstaltet, 5 000 Paare sind in all den Jahren im Bürgerhaus hier an den Start gegangen“, berichtet Rudolf Ullrich stolz. Dabei waren Höchstleistungen im Verein nie vorrangig. Stattdessen wird noch immer Wert auf den gesellschaftlichen Faktor gelegt. „Gemeinsam tanzen und Spaß haben“, bringt es Constantin von Kalckstein auf den Punkt.

Aktuell hat der Verein rund 230 Mitglieder, darunter auch einige Kindergruppen. Auch wenn es gerade dort viele Schwankungen gibt, so sieht der Verein seine Zukunft im Ausbau der Nachwuchsarbeit. Ullrich kümmert sich mit Hingabe um Schulsportaktivitäten, eine Zusammenarbeit mit mehreren Schulen gibt es bereits. Das Kindertanzfestival, das es seit 1985 gibt und sich seither großer Beliebtheit erfreut, erwähnt er gerne mehrfach, so viel Spaß bereitet ihm die Arbeit im Verein.

„Wir machen Show“, freute sich die Runde, als die Band endlich die Bühne betrat. Schon beim zweiten Lied war die Tanzfläche voll, die Tische leer und die Stimmung gut. Den Spaß am Tanzen ließ man sich nicht nehmen, ob Tanzen nun gerade in Mode ist oder nicht.

pep

Quelle: op-online.de

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