Tausende auf der Musikmeile

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Bei vielen Bands gingen die Zuhörer begeistert mit, wie hier bei den „Giesemer Trottwa-Lersche“. Fotos: Wolf

Jügesheim - (eh) Die Jügesheimer Musiknacht hat sich im Rodgau-Sommer endgültig etabliert. Den Initiatoren gelang es am Samstag spielend, das Angebot und die Besucherzahl der Premiere zu toppen. Tausende waren auf den Straßen. +++Video+++

Die Veranstaltung behauptete sich sogar gegen starke Doppel-Konkurrenz in der Region: Das Frankfurter Museumsuferfest und das Aschaffenburger Stadtfest konnten die Rodgauer nicht aus ihrer Stadt weglocken. „Aschaffenburg? Da gehen wir morgen hin“, war an der Weiskircher Straße zu hören. Andere Leute hatten den Nachmittag in Frankfurt verbracht und feierten abends in Rodgau weiter.

„Milchmädchen“ machte es ebenso: Als die Deutschpop-Band auf die Bühne am Bioladen Haller kletterte, kam sie gerade von einem Auftritt am Mainufer. Sängerin Julia Kaupe nannte die Musiknacht ein „Jüges-Heimspiel“: Die Band hat ihren Probenraum in Jügesheim.

Ein Jügesheimer Heimspiel hatte die Gruppe „Milchmädchen“.

Vor heimischer Kulisse sangen auch die Giesemer Trottwa-Lersche‘. Zwischen Kirche und Rathaus standen die Fans der Stimmungstruppe dicht an dicht. Bei Stücken wie dem umgetexteten Rolling-Stones-Hit „Angie“ sangen alle schmachtend mit: „Hähnchen!“. Zum 11. Bühnenjubiläum durften die Trottwa-Lersche‘ auch ein paar Minuten überziehen - bis 11 nach 11, um genau zu sein. Nebenan am Verkaufsstand ging die frisch gepresste CD „Horschemol“ weg wie warme Wecken.
Etwas verhaltener war der Publikumszuspruch bei „Pathos Legal“, der Poprock-Band um Alexandra Becht und Berkant Özdemir, auf der Bühne am Alten Weg. Die Gruppe stellte ebenfalls einen neuen Tonträger vor, aber nur virtuell: Wer „Irgendwann ist jetzt“ anhören will, kann die Musikdateien aus dem Internet herunterladen.

Mit knallhartem Rock brachte die Dreieicher Nachwuchsband „Inhuman“ zu später Stunde seine jugendlichen Fans zum rhythmischen Klatschen, Hüpfen und Mitsingen.

Bei der musikalischen Vielfalt kam jeder auf seine Kosten. Mit druckvollem Gebläse heizte die Ska-Band „Mob“ den Zuhörern auf dem Rathausplatz ein, während „Needful thinx“ am Ärztehaus melodischen Rock auf Akustikgitarren spielten. Mit Spul und Funk sorgten „Soulfever“ an der Einmündung Alter Weg für Stimmung. Im Hof „Bei Ammie“ gab‘s Blues und Rock der letzten drei Jahrzehnte. Leisere Klänge boten Schülerensembles der Freien Musikschule an der Hochstädter Straße.
Die Straßen sind voll, das Wetter spielt mit und die Leute sind gut drauf“, freute sich Frank Redemann, der Vorsitzende des Impuls-Kulturvereins. Der Verein hatte die Musiknacht mit Unterstützung vieler Sponsoren organisiert: Große Unternehmen aus der Region stellten die Bühnen zur Verfügung, ortsansässige Geschäftsleute engagierten sich in der Werbung und übernahmen die Gema-Gebühren. Viele Geschäftsleute nutzten die Gelegenheit, sich am Samstagabend mit offenen Läden zu präsentieren. Zu ihnen zählte auch Patricia Frick, die mit einer Kistenparty die anstehende Eröffnung ihres „Ornamento“ feierte.

Trotz freien Eintritts war die Musiknacht auch eine Benefizaktion: Die Veranstalter von Impuls-Kultur sammelten Spenden für den Deutschen Kinderhospizverein.

Quelle: op-online.de

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