Taxiräuber muss sieben Jahre in Haft 

Rodgau (gel) - „Abrippen“ ist ein Begriff aus dem Jargon krimineller Jugendlicher und bedeutet, mal eben jemanden zu berauben, weil man gerade blank ist. Mal eben „für die Kerb abrippen“ brachte dem 25-jährigen K. ein Handy und die Verlängerung seiner derzeit verbüßten knapp vierjährigen Haft ein.

Nun muss der einschlägig vorbestrafte Hanauer sieben Jahre und neun Monate einsitzen. Ob ihn das endlich auf den Pfad der Tugend zurück führt, erscheint eher zweifelhaft, denn laut seiner Einlassung vor dem Landgericht Darmstadt „wird man im Knast nicht besser, sondern eher schlechter“.

Besonders glaubhaft wird diese Aussage, wenn man die neun Einträge im Bundeszentralregister liest, in denen sich immer wieder räuberische Erpressung, Diebstahl, Körperverletzung und ähnliche Delikte abwechseln.

Unter einem Vorwand in die Unterführung genötigt

Am Abend des 22. Septembers 2007 fahren K. und seine drei Komplizen mit einem Leihwagen zur Kerb nach Rödermark. Am Bahnhof in Dudenhofen machen sie Zwischenhalt, um sich auf kriminelle Weise das nötige Kleingeld zu besorgen. Zwei Rodgauer Schüler stehen am Gleis. Unter einem Vorwand werden sie in die Unterführung genötigt, wo ihnen die Täter mit gezücktem Messer 14 Euro und ein Handy abnehmen. Das Handy nutzt K. sofort, um seine Freundin anzurufen. So etwas hört selbst Richter Dr. Christoph Trapp zum erstem Mal: „Sie telefonieren über Beziehungsprobleme, während ihre Kumpel zwei Menschen ausrauben? Und danach war ihnen das andere wohl wieder wichtiger!“ K. nimmt nämlich danach die Sache doch noch selbst in die Hand, greift in die Taschen der Opfer und klopft sie nach weiteren Gegenständen ab – jedoch erfolglos. Danach verzieht sich das Quartett.

Komplizen und diverse Telefonate überführen den Angeklagten

Der zweite Überfall ereignet sich am 17. Dezember 2008. K. und ein „früherer Freund“ rufen ein Taxi, das sie angeblich zum Frankfurter Flughafen bringen soll. Nach kurzer Fahrt bedrohen sie in Weiskirchen den Fahrer mit einer Pistole und einer 30 Zentimeter langen Messerklinge. Das um sein Leben fürchtende Opfer gibt sein Handy und 170 Euro heraus. K. bestreitet bis zum Schluss seine Beteiligung am Taxiraub. Überführt wird er trotzdem durch die belastende Aussage seines Komplizen und diverse Telefonate.

Quelle: op-online.de

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