Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule übernehmen Patenschaft

Telefonzelle in Dudenhofen wartet auf Bücher

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Schulleiterin Alexandra Breitbach, die Spitze des Magistrats und der Nikolaus eröffnen mit Kindern der Freiherr-vom-Stein-Schule den neuen Bücherschrank.

Dudenhofen - Ein weiterer öffentlicher Bücherschrank ist in Betrieb. Er steht an der Freiherr-vom-Stein-Straße an einer Ecke, die wegen Eis-Bayer von Frühjahr bis Herbst stark belebt ist. Auch Kindergarten, Grundschule und Jugendhaus sind nur ein paar Schritte entfernt.

Erstmals übernehmen Schulkinder die Aufsicht über die Mini-Bücherei. Die Kinder der Gruppe „Bücherwurm und Leseratte“ stellten auch die ersten Bücher in die Regale: „Kochen mit Käpt’n Blaubär“, einen Kinderatlas, den Abc-Duden und noch einige mehr. „Oh, ein TKKG-Buch!“, freute sich ein Mädchen und lieh es sich gleich aus. Genauso funktioniert der öffentliche Bücherschrank: Man nimmt ein Buch heraus, liest es und stellt es wieder hinein. Man darf das ausgeliehene Buch sogar behalten, wenn man dafür ein anderes mitbringt.

„Es ist spannend, was da alles drinsteht“, erzählt Kultur-Stadtrat Winno Sahm, der sich ehrenamtlich um den Bücherschrank am Rathaus kümmert. Manchmal müsse mal allerdings ein bisschen aufräumen, wenn die Regale überquellen oder wenn buchfremde Sachen hineingestellt werden. Bei CDs könne man ja noch ein Auge zudrücken, so Sahm, „aber wir hatten in Jügesheim auch schon Handtücher und Kaffeetassen“.

Wenn jeder ein Buch mitbringt, füllen sich die Regale bald.

Die 15 Schulkinder haben nun die Aufgabe, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen. Die Stadt hat sie mit blauen Warnwesten mit dem Aufdruck „Bücherschrankpate“ ausgestattet. Falls an der ehemaligen Telefonzelle mal etwas kaputt geht, sollen die Kinder den Schaden melden. Doch erst einmal gilt es die Regale zu füllen, denn für die Erstausstattung mit Lesestoff fehlen der Stadt momentan die Bücher. „Wir haben keine Restbestände mehr“, sagt Gerrit Kratz vom kommunalen Bildungsmanagement. Kulturdezernent Sahm sieht darin kein Problem: „Aller Erfahrung nach ist in den Bücherschränken eher zu viel als zu wenig drin.“ Bürgermeister Jürgen Hoffmann ruft die Bürger auf, die Bücherschränke nicht zur Entsorgung ungeliebter alter Bücher zu nutzen: „Stellen Sie Ihr Lieblingsbuch hinein, damit es auch anderen Menschen Freude macht.“

Unbekannte sprengen öffentliches Bücherregal: Fotos

Die Bücherzelle in Dudenhofen ist etwas Besonderes. Die ausrangierte Telefonzelle stammt aus England. Sie ist aus rot lackiertem Gusseisen und entsprechend schwer. Wegen des hohen Gewichts gelang es erst beim zweiten Versuch, das gute Stück vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg nach Rodgau zu bringen. Den Innenausbau übernahmen Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Berufsbildungsprojekt „Rodgau 16 plus“ unter Anleitung von Detlev Schramm. Sie freuen sich, wenn „ihr“ Bücherschrank intensiv genutzt wird. Bürgermeister Hoffmann: So ein Erfolgserlebnis sei „für junge Menschen ganz wichtig.“ (eh)

Quelle: op-online.de

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