TC Rodgau baut eine eigene Tennishalle

Tennisplatz wird zur Baustelle

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An die Spaten, fertig, los! Der Tennisclub Rodgau-Dudenhofen (TCR) baut eine Tennishalle mit zwei Spielfeldern. Die Halle kostet eine Million Euro. Sie ist das teuerste Bauvorhaben in der fast 40-jährigen Geschichte des Vereins.

Dudenhofen - Tennisspieler in Rodgau haben bald eine weitere Möglichkeit, unabhängig vom Wetter Sport zu treiben. Der Tennisclub Rodgau-Dudenhofen (TCR) baut eine Tennishalle mit zwei Spielfeldern. Der Verein mit 180 Mitgliedern investiert eine runde Million Euro.

Der erste Spatenstich gestern kurz nach 16 Uhr war für den Verein „ein historischer Moment“, wie Vorstandsmitglied Miriam Seib sagte. Für den Baubeginn gab es ein enges Zeitfenster, das durch zwei Geldgeber festgelegt war. Der Bau musste noch in diesem Jahr starten, um den Zuschuss der Stadt Rodgau zu erhalten. Er durfte aber erst anfangen, wenn auch das Land Hessen einen Zuschuss bewilligt hatte. Der Bescheid wurde eine halbe Stunde vor dem Spatenstich überreicht. Der Tennisclub stemmt das kostspielige Bauvorhaben mit staatlicher Hilfe: 200.000 Euro vom Land Hessen, 140.670 Euro von der Stadt Rodgau und 87 185 Euro vom Kreis Offenbach. Auch der Landessportbund steuert Geld bei. Die Hauptlast trägt der Verein. Dazu hat er Darlehen aufgenommen: mehr als 300.000 Euro bei der Bank und 110.000 Euro als private Darlehen von Mitgliedern.

TCR-Aktive krempelten für ihren Club auch die Ärmel hoch: An mehreren Wochenenden rodeten sie Büsche, bauten Zäune ab und bereiteten den Baugrund vor. Die Tennishalle entsteht anstelle der bisherigen Plätze fünf und sechs. Die Zufahrt für die Baufahrzeuge erfolgt über ein Nachbargrundstück, das dem ehemaligen Vorsitzenden Wolfgang Linke gehört.

Wie notwendig eine weitere Tennishalle ist, erklärte Sportvorstand Miriam Seib anhand dreier Zahlen: Für die 1100 Tennisspieler in Rodgau gebe es 39 Sandplätze für die Freiluftsaison, aber nur fünf Spielfelder in Hallen. „Da wird es Zeit, dass etwas dazukommt“, sagte Landrat Oliver Quilling, als er gestern den Förderbescheid des Kreises überreichte. Ein ähnliches „Wertpapier“ hatte Innen-Staatssekretär Werner Koch aus Wiesbaden mitgebracht. Mit im Gepäck hatte er ein Schild „Gefördert vom Sportland Hessen“, das an der fertigen Tennishalle angebracht werden soll.

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„Unseren Förderbescheid haben Sie ja bereits“, lächelte Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Ohne Zuschusszusage der Stadt Rodgau hätte der TCR weder Geld vom Kreis noch vom Land erhalten. Alle Redner würdigten das ehrenamtliche Engagement der Vereine. Jugendarbeit im Verein sei auch Sozialarbeit, betonte Staatssekretär Koch; sie könne junge Menschen davor bewahren, später straffällig zu werden. Bürgermeister Hoffmann nannte weitere Aspekte: die Wertegemeinschaft im Verein und das Erfolgserlebnis im Sport. Landtagsabgeordneter Frank Lortz überreichte eine 1000-Euro-Spende der Sparkasse für die Jugendarbeit.

TCR-Finanzvorstand Annette Heinemann erinnerte an die vielen Aufgaben, die in den vergangenen zwölf Monaten zu erledigen waren. Dazu zählten planerische, finanzielle und juristische Fragen. Eine Herausforderung war auch der zentimeterdicke Papierstapel für den Antrag auf Landeszuschüsse. Erster Eindruck: „O Mann, wie sollen wir das schaffen?“ „Das Damenteam im Vorstand ist kaum zu toppen“, lobte Sportkreisvorsitzender Peter Dinkel: „So ein Projekt anzugehen - Hut ab!“ (eh)

Quelle: op-online.de

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