TGH-Fastnacht setzt zum Höhenflug an

Ein Düsenflieger voller Narren

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Über den Wolken:„Die Rodau-Elfen“, das Männerballett der Turngemeinde Hainhausen.

Hainhausen - Zu einem humorvollen Flug rund um die Welt starteten die Narren der Turngemeinde Hainhausen vom „Flughafen Hainhausen“ aus. Authentisch und mit viel Liebe zum Detail inszeniert, kam bei Flug „TGH 1886“ tatsächlich Urlaubsstimmung auf.

Vorbildlich präsentierte sich die TGH-Airline, denn das Personal am Check-In war freundlich, das Essen lecker, der Service stimmte und das klasse Unterhaltungsprogramm an Board ließ alle Sorgen vergessen. Für den Fall, dass das Programm dann doch etwas zu turbulent werden sollte, hingen auch Spucktüten an den Sitzen - doch die brauchte wahrlich keiner.

Die „Gassehoppser“ konnten von ihrem Piloten nicht genug bekommen.

Los ging es natürlich mit der Sicherheitsunterweisung, bevor das Licht gedimmt und zu einem närrischen Höhenflug angesetzt wurde.

Dass es Stewardessen nicht leicht haben, erklärten mit viel Charme und Humor Christa und Helene, die ihre Bewerbungstour eindrucksvoll schilderten und es, nach vielen Übungsstunden in den engen Regalgängen im Supermarkt, dann endlich geschafft hatten.
Beim Protokoll blickten Vorsitzender Alfred Röder und seine Frau Christa zurück: Die Wasserburg, der 90. Geburtstag von Onkel Heinz und der Blick nach Berlin, wo vergeblich versucht werde, einen Flughafen zu bauen. Auch die neuen Gebühren für Bürgerhäuser und Hallen nahmen die beiden auf die Schippe.

Mit ihrem Auftritt zum Tanzfilm „Flashdance“ brachten die „Little Stars“ dann Schwung ins Cockpit. Deutlich gruseliger, aber ebenso schön anzusehen, waren die Tänzerinnen von „Delicious“, die bei einer kurzen Zwischenlandung in Transsilvanien einen Auszug der „Rocky Horror Picture Show” präsentierten.

Im Zwiegespräch standen sich mit Norbert Möller und Heinz Stille zwei Spanienurlauber gegenüber. Obwohl sie gemeinsam unterwegs waren, hatten beide völlig unterschiedliche Geschichten zu erzählen. Doch bei einem waren sie sich sicher: Das stille Örtchen war die letzte Rettung gewesen vor dem Stier und zu feurigem Essen.

Zur serienmäßigen Ausstattung in jedem guten Unterhaltungsprogramm gehören die „Giesemer Trottwa-Lersche“, die etwa auf Höhe des Ballermanns aus dem Laderaum sprangen und den Flieger zum Tanzen brachten. Beim „Wackelpo“ hätte der Sicherheitsgurt sowieso nur gestört. Auf dem Flug feierte die Formation ihr närrisches Jubiläum bei der TGH, denn zum elften Mal war sie mit an Bord.

Ein Unwetter zog auf, als „Donner und Doria“ die Bütt betraten. Altpräsident Günther Werner als Nörgler vom Dienst gab sich mit seinem Nachfolger Torsten Rudolph Kontra. Die Wartezeit auf ihr verspätetes Flugzeug vertanzten sich die „Gassehoppser“. Die Laune der neun Handballerinnen der TGH schoss auf einmal in himmlische Höhe, als ihr neuer, gut gebauter Pilot samt berühmter Getränkedose den Flieger betrat. Schnell war man in Bora Bora und feierte ausgelassen mit Blumenketten und Bikini.

Das altbekannte Spaßduo „Giesela und Renate“ sorgte dafür, dass die nächsten Minuten wie im Flug vergingen. Mit herrlich direkten Wortspielen und Doppeldeutigkeiten ging es heiß her, und das nicht nur, weil diesmal mit Reizen nicht gegeizt wurde. „Ich hatte eine Affäre mit deinem Mann, sind wir jetzt verwandt?“, so das Geständnis unter den Busenfreundinnen. Doch die Antwort verblüffte und schockierte zugleich: „Nein, jetzt sind wir quitt.“ Ansonsten herrschte Smog im Schlafzimmer: dicke Luft und kein Verkehr.

„Weine nicht, wenn der Strom ausfällt“

Zu einem Höhepunkt spielte sich das „Trio Ha-Wei“. Die Urgesteine der TGH-Fastnacht texteten zur Windkraftdebatte in Rodgau „Weine nicht, wenn der Strom ausfällt“ und durften auch das originale „Marmor, Stein und Eisen bricht“ gleich mehrfach anstimmen. Hierbei zeigte sich das besondere Unterhaltungstalent von Sitzungspräsident und Pilot Torsten Rudolph, der mit seinen beiden Kollegen Günther Werner und Musikchef Günther Feltes mit viel Erfahrung aus so mancher technischen Panne noch einen Höhenflug der guten Laune zu zaubern vermochte.

Rhetorisch fit und auf gewohnt hohem Niveau verfluchte Andreas Kraus seinen freien Nachmittag, der nicht wie erwartet gemütlich mit Chips und einem Bier auf der Couch vor dem Fernsehen endete. Ohne Anmut und Eleganz, aber dafür von umso mehr Unterhaltungswert war die Showeinlage des Männerballetts der „Rodau-Elfen“, die bei ihrer Zugabe auch den Chefpiloten dazu brachten, zum „Gangnam Style“ über die Bühne zu reiten, bevor der Flieger voller gut gelaunter Passagiere wieder zur Landung ansetzte. 

pep

Quelle: op-online.de

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