Reh verfängt sich im Gartenzaun

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Vorsichtig hält Bernhard Wolf das Reh in den Armen. Es hatte sich eine blutende Wunde zugezogen.

Weiskirchen (eh) - Eine dramatische Tierrettung hat die Feuerwehr gestern gegen 10. 30 Uhr in Weiskirchen bewältigt. Ein Gartenzaun zwischen zwei Reihenhäusern wurde einem Reh zum Verhängnis. Das Tier starb auf der Fahrt zur Tierärztin.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, steckte die Ricke zwischen den senkrechten Metallstäben. Ihr Kopf und ihr schlanker Vorderkörper hatten noch durch den Zwischenraum gepasst, doch der breitere Hinterleib steckte fest. In seiner Panik trommelte das verletzte Tier mit den Vorderläufen auf Holzbretter, mit denen ein Kellerabgang abgedeckt war.

„Das war ein furchtbarer Krach“, berichtet eine Anwohnerin. „Erst habe ich gedacht: O Gott, ein Einbrecher!“ Nach einem Blick in den Garten alarmierte die Frau die Feuerwehr.

Tod auf der Fahrt zur Ärztin

Mit einem hydraulischen Pedalschneider gelang es den Einsatzkräften innerhalb weniger Minuten, das Reh zu befreien. Es war nicht einfach, das verängstigte Tier zu beruhigen. Gleichzeitig hielten starke Hände seine Beine fest, damit niemand durch Huftritte verletzt wurde.

Bernhard Wolf und Michaela Amberg hielten das Reh auch fest, als es auf der Ladefläche eines Kleinbusses zur Tierärztin gebracht wurde. Der Fahrer fuhr so schonend wie möglich. Doch der Stress und die Verletzungen waren wohl zu viel: Das Tier überstand die knapp einen Kilometer lange Fahrstrecke nicht lebend. Im Feuerwehrauto machte es seinen letzten Atemzug. Die Tierärztin konnte nur noch den Tod feststellen.

Vierter Tiereinsatz innerhalb von zwei Wochen

Rätselhaft bleibt, wie das Reh überhaupt in den Reihenhausgarten gelangen konnte. Die Brandenburger Straße befindet sich mitten im Wohngebiet. Der Feldrand ist 370 Meter Luftlinie entfernt. Dazwischen liegen viele Straßen, Wege, Häuser und Gartenzäune.

Die Reh-Rettung mit tragischem Ende war für die Feuerwehr Rodgau-Nord der vierte Tiereinsatz innerhalb von zwei Wochen. Erst vor wenigen Tagen hatten Einsatzkräfte erfolgreich einen kleinen Vogel befreit, der sich an der Dachrinne eines dreistöckigen Mehrfamilienhauses in einem Gewirr von Fäden verfangen hatte.

Auch wenn Menschen im Notfall auf rasche Hilfe angewiesen sind, ist die Feuerwehr zur Stelle. Gestern gegen 13.30 Uhr trugen Einsatzkräfte in der Danziger Straße einen Notfallpatienten die Treppe hinab zum Rettungswagen. Der Mann war in seiner Wohnung zusammengebrochen. Das Treppenhaus war zu eng für eine normale Krankentrage.

Quelle: op-online.de

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