Tipis, Tänzer und Trommelklang

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Diese „Indianer“ sprechen Deutsch. Beim Powwow werben sie um Respekt vor indianischer Kultur.

Jügesheim ‐ Die Kultur der Indianer Nordamerikas feierten Indianistik-Fans aus mehreren Bundesländern am Wochenende auf der Jügesheimer Prärie. Von Ekkehard Wolf

Das zweite Indianer-Tanzfest (Powwow) am Davidhof lockte am Samstag mit seinen Trommelklängen mehrere hundert Besucher ins Tipi-Dorf. Das Zeltdorf ist doppelt so groß wie im letzten Jahr, das Programm vielseitiger, die Händlermeile besser bestückt. Dass Kinder freien Eintritt haben, kommt bei den Eltern gut an. Bei Omas und Opas auch. „Wir sind ja lernfähig“, sagt Roland Pöschel, der mit Anja Faust das Powwow wieder nach Jügesheim geholt hat.

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Hunderte Besucher Indianerfest

Jackie Fischer aus Asbach im Westerwald ist in ihrem Element. Seit mehr als zehn Jahren organisiert sie „native events“. Nach dem feierlichen Einzug ist sie in ihrer dunkelroten Tanztracht auch auf der Bühne aktiv, unüberhörbar dank der vielen Schellen.

Auch Tosy Zillmann vom Club „Trapperground“ aus Rüsselsheim wird als Autorität geschätzt, obwohl er als einfacher Tänzer angereist ist. Der Kultur der Indianer Nordamerikas zollt er großen Respekt - ebenso wie Mark Böhler aus Leverkusen, der vor zwei Jahrzehnten ein Mitbegründer der deutschen Powwow-Szene war. Böhler freut sich darüber, „wie viele Leute hier einfach mittanzen. Das würden sie sich im normalen Leben nie trauen.“

Franz-Josef Beumer von der bundesweiten Gruppe der „Regenbogen-Indianer“ ist in den letzten 18 Jahren mit seinem Tipi durch mehr als 600 Kindergärten getingelt, um Kindern die Indianerkultur nahe zu bringen. Ihm geht es vor allem um Frieden und Ehrfurcht vor der Natur.

Die ehrenamtlichen Sanitätshelfer im Rotkreuz-Zelt haben außer der Mithilfe beim Auf- und Abbau nicht viel zu tun. Einer von ihnen sagt: „Beim Powwow wird kein Alkohol ausgeschenkt, das merkt man gleich.“

Quelle: op-online.de

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