Obduktion des 25 Jahre alten Opfers

Tod am Badesee: Unfallursache bleibt offen

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Am Unfalltag waren im Tagesverlauf etwa 6000 Badegäste gekommen.

Rodgau - Nach dem tödlichen Badeunfall vom Samstag hat am Strandbad Nieder-Roden die Aufarbeitung des schrecklichen Ereignisses begonnen. Eine Obduktion des Opfers ergab keine Hinweise auf eine medizinische Ursache oder Vorerkrankung. Warum der 25-jährige Frankfurter ertrunken ist, bleibt offen.

Die Polizei bestätigte heute, dass der 25-jährige „nur mäßig geübte Schwimmer“ ertrunken ist. Es gibt keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden. Erster Stadtrat Michael Schüßler bot den ausgebildeten Schwimmmeistern und DLRG-Rettungskräften, die bei der Bergung des Toten halfen, professionelle Hilfe an. Gegenüber der Presse wollten sich die Mitarbeiter des Strandbades nicht äußern. Zu tief sitze der Schock.

Ihre Aufgaben an dem derzeit proppevollen See nahmen die Kräfte bereits am Sonntag wieder auf. „Vielleicht ist das die beste Art, das Unglück zu verarbeiten“, spekulierte Schüßler. Er sprach rund 90 Minuten lang mit dem Personal: vier städtischen Schwimmmeistern und sechs DLRG-Rettungsschwimmern. Sie alle waren am vergangenen Samstagabend am Badesee, als der 25 Jahre alte Badegast aus Frankfurt ertrank. Er war auf einer schwimmenden Plattform im See zurückgeblieben, während seine Freunde schon ans Ufer zurückschwammen. Als der Mann auch um 19.30 Uhr noch nicht am Ufer ankam, schlugen die Freunde Alarm. Taucher der Berufsfeuerwehr Frankfurt entdeckten den Leichnam um 21.45 Uhr im Wasser. Polizeisprecher Ingbert Zacharias appelliert: „Wenn man in einer Gruppe losgeschwommen ist, bleibt man am besten auch in der Gruppe. Das ist sicherer.“

Vorfall wird zeitnah im Team aufgearbeitet

„Wir werden den tragischen Vorfall zeitnah im Team aufarbeiten“, kündigte Erster Stadtrat Michael Schüßler gestern an. Und das bei Bedarf „mit professioneller Unterstützung.“ Dabei gehe es um die Fragen, was gut gelaufen sei bei dem Notfalleinsatz und wo es Verbesserungsmöglichkeiten gebe. „100 Prozent Sicherheit werden wir bedauerlicherweise nie erreichen“, machte Schüßler klar. „Es ist und bleibt ein Naturgewässer.“ Auch habe die Stadt als Betreiber des Strandbads auf die Konstitution, Eigensicherung und Selbsteinschätzung der Badegäste „keinen Einfluss“.

Zum Zeitpunkt des Unglücks leerte sich das Bad. Im Tagesverlauf waren etwa 6000 Badegäste gekommen, um sich abzukühlen. Mit Rücksicht auf die Ereignisse verzichtet die Stadt zunächst auf die traditionelle Ehrung des 100.000 Badegastes.

Glück und einen wahren Schutzengel hatte ein achtjähriges Mädchen im Waldschwimmbad Neu-Isenburg. Das Kind wurde regungslos am Boden eines Schwimmbeckens entdeckt und gerettet. Ein 37-jähriger Mann ist in einem See in Biblis ertrunken. Mehrere Taucher und ein Hubschrauber suchten nach dem Erntehelfer aus Polen, nachdem dieser vor den Augen einer Zeugin untergegangen war. Die Hilfe kam zu spät. Zudem ist am Wochenende auch ein fünfjähriger Junge ist in einem Freibad in Bad Nauheim ertrunken.

bp/dr

Quelle: op-online.de

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