Keine absolute Sicherheit

Tod im Badesee: Ursache trotz Obduktion unklar 

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Nieder-Roden - Trauer und Erschrecken hat der Tod eines 23-jährigen Mannes am Sonntagabend im Strandbad Nieder-Roden ausgelöst. Erst zwei Wochen zuvor war ein junger Frankfurter (25) im See ertrunken.

„Wir waren alle schockiert“, berichtet Erster Stadtrat Michael Schüßler. Erst am Freitag hatten die Verantwortlichen der Stadt gemeinsam mit der Wachmannschaft den Notfallplan genau durchgesprochen - vom ersten Alarm bis zu kleinen Details wie dem Abschalten der Webcam. Das Ergebnis: „Es hat am Sonntag reibungslos funktioniert. Aber das macht den jungen Mann leider nicht wieder lebendig.“

Seit Jahren hatte sich kein tödlicher Unfall am Badesee ereignet. Und jetzt mussten dort gleich zwei Menschen innerhalb von zwei Wochen sterben. Michael Schüßler spricht von einem unglücklichen Zufall: „Die Wachmannschaft war vollzählig, sämtliche Wachposten waren besetzt. Aber auch damit erreichen wir keine hundertprozentige Sicherheit.“ Neben den vier Schwimmmeistern seien auch mehrere Rettungsschwimmer der DLRG als Aufsicht tätig gewesen.

Als Saisonarbeiter in Rodgau

Der 23-Jährige, der am Sonntag ums Leben kam, wohnte als Saisonarbeiter in Rodgau. Das Strandbad besuchte er mit einigen polnischen Arbeitskollegen. Als ihn die Kollegen gegen 18.30 Uhr bei der Badeaufsicht als vermisst meldeten, befanden sich nach Angaben der Stadt schätzungsweise noch 2 800 Badegäste auf dem Gelände, also etwa die Hälfte der 5 600 Tagesbesucher.

Unterschiedliche Aussagen gibt es zu der Frage, wo der 23-Jährige zuletzt lebend gesehen wurde. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei ertrank er beim Versuch, zu einem nahe gelegenen Ponton zu schwimmen. Die Stadt hingegen spricht davon, die Gruppe habe sich in der Nähe des Bootsstegs im Wasser vergnügt.

Die Sprachbarriere erschwerte die Verständigung zwischen Badegästen und Schwimmmeisten. „Wir hatten nicht unerhebliche Sprachprobleme“, berichtet Erster Stadtrat Schüßler. Feuerwehrleute holten schließlich eine Bekannte herbei, die Polnisch spricht. Als sie eintraf, bestand aber kaum noch Hoffnung, den 23-Jährigen lebend zu finden.

Badeaufsicht leitet Suchaktion ein

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Unmittelbar nach der Vermisstenmeldung hatte die Badeaufsicht eine Suchaktion eingeleitet: Der 23-Jährige wurde per Lautsprecher ausgerufen, außerdem suchten Rettungsschwimmer den See mit dem Boot ab. In der weiteren Rettungskette wurden Taucher der Berufsfeuerwehr Frankfurt, die Feuerwehr Rodgau-Süd, das Kriseninterventionsteam und der DLRG-Rettungsdienst alarmiert. Gegen 20.45 Uhr bargen Taucher den leblosen Körper in Ufernähe aus dem See.

„Die Todesursache konnte durch die Obduktion nicht geklärt werden“, teilte die Polizei gestern auf Anfrage mit. Die Gerichtsmedizin habe weder eine medizinische Ursache noch eine Einwirkung von außen festgestellt. Die Blutuntersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.

Suchmeldungen per Lautsprecher gibt es im Strandbad häufig, vor allem an gut besuchten Tagen. „Dann gilt es besonnen zu handeln“, betont der Erste Stadtrat. In den ersten Momenten müsse das Wachpersonal so viele Informationen wie möglich erfragen, um eine gezielte Suche einzuleiten: „Wir können ja nicht jedes Mal zur Rushour den ganzen Badesee evakuieren.“

eh

Quelle: op-online.de

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