Trendergebnis ist kein Endergebnis

Rodgau (eh) ‐ Wie verlässlich ist der Trend? Diese Frage stellt sich nach dem so genannten „Trendergebnis“ der Kommunalwahl vom Sonntag. Zunächst wurde nur etwa die Hälfte der Stimmzettel ausgezählt - diejenigen, auf denen lediglich eine der sieben Listen angekreuzt war.

„Ich will nichts beschönigen“, sagte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Dr. Bernhard Knaf in einer ersten Stellungnahme am Wahlabend zu den absehbaren Verlusten seiner Partei. Nach dem Trendergebnis büßt die Union sieben Sitze ein; sie stellt künftig voraussichtlich nur noch zwölf der 45 Stadtverordneten.

Knaf führt dies auf die Konkurrenz durch den Verein „Zusammen mit Bürgern“ zurück, der erstmals angetreten war und wohl fünf Sitze erreicht hat. „Unser Ergebnis wird sich sicher noch verbessern, wir werden auch wieder stärkste Partei werden“, sagte der Rodgauer CDU-Vorsitzende vor der Auszählung der kumulierten und panaschierten Stimmen.

Dass das „Trendergebnis“ noch nicht das Endergebnis ist, betont auch Winno Sahm, der bisherige Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen: „Es sind noch Veränderungen möglich. Ich rechne für uns noch mit einer gewissen Abschwächung. Selbst wenn wir noch fünf Prozentpunkte verlieren, liegen wir noch bei 18 Prozent. Das ist nahezu eine Verdoppelung gegenüber der letzten Wahl. Das ist ein sensationelles Wahlergebnis, mit dem verantwortungsvoll umgegangen werden muss.“ Sahms Fazit: „Die Kooperation ist deutlich bestätigt.“

Auch Stefan Vogler (SPD) sieht im Verhalten der Wähler „eine Bestätigung der Kooperationsarbeit“. Er gehe davon aus, dass das bisherige Bündnis aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern fortgesetzt werde. „Und was die Linken angeht, muss man mal mit ihnen reden.“ Die „Abklatsche“ für die Union erklärt Vogler damit, dass die CDU offenbar nach wie vor untereinander zerstritten sei: „In Dudenhofen haben sie ihren eigenen Wahlkampf geführt gegen den Rest. Die Wähler merken das doch.“

Konsterniert beobachteten die Freien Demokraten am Wahlabend die einlaufenden Ergebnisse, wonach sie möglicherweise einen ihrer beiden Sitze im Stadtparlament einbüßen. FDP-Ortsvorsitzender und Spitzenkandidat Michael Schüßler sagte dazu nur fünf Worte: „Das sieht nicht gut aus.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online.de

Kommentare