Treuhandstelle kauft Bauland

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Dr. Harald Müller (links), Geschäftsführer der Hessischen Landgesellschaft, und Bürgermeister Jürgen Hoffmann unterzeichneten gestern den Vertrag über die Bodenbevorratung in Jügesheim und Hainhausen.

Rodgau (eh) ‐ Zwei neue Baugebiete in Jügesheim und Hainhausen sollen die Stadtkasse nicht belasten. Die Hessische Landgesellschaft (HLG) soll im Auftrag der Stadt die Grundstücke ankaufen, umlegen und erschließen und dann als fertiges Bauland verkaufen.

Das sieht ein Vertrag vor, den Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) und HLG-Geschäftsführer Dr. Harald Müller gestern unterzeichneten. Die HLG betreibt das so genannte Flächenmanagement für mehr als 200 Städte und Gemeinden. Das ist fast jede zweite Kommune Hessens. Rodgau ist die erste Stadt des Kreises Offenbach, die auf die Dienste dieser staatlichen Treuhandstelle setzt.

Betroffen sind die künftigen Baugebiete „Auf dem Bruchgraben“ (J 41) und „Hainhausen West“ (H 17). Für das Wohngebiet J 41 zwischen Marburger Straße und Rodgau-Ringstraße liegt bereits ein beschlossener Bebauungsplan vor. Der Plan für das Gebiet am Hainhäuser Brötchenweg wird derzeit aufgestellt. Beide Gebiete zusammen umfassen rund 14 Hektar.

Die Hessische Landgesellschaft werde in den nächsten Wochen und Monaten mit den Grundstückseigentümern Kontakt aufnehmen, kündigte HLG-Mitarbeiter Holger Ullrich gestern vor der Presse an.

Die Eigentümer haben nach Darstellung von Dr. Harald Müller zwei Möglichkeiten: Entweder verkaufen sie ihre Grundstücke an die HLG oder sie behalten ihre Flächen, müssen dann aber einen Abzug für öffentliche Zwecke dulden und die anteiligen Erschließungskosten selbst bezahlen.

Zu welchen Preisen die Landgesellschaft die Grundstücke aufkauft, ist Verhandlungssache. Das Stadtparlament hat eine Höchstgrenze von 65 Euro pro Quadratmeter festgelegt.

Holger Ullrich ist optimistisch, mit allen Beteiligten eine Einigung zu erzielen. „Wir wollen ein freiwilliges, kooperatives Umlegungsmodell entwickeln“, formulierte er als Ziel: „Wenn wir Einvernehmen mit allen Eigentümern erzielt haben, werden wir mit der Erschließung beginnen.“ Einen Zeitraum von zwei Jahren bis dahin halte er für realistisch.

Der Erfolg dieses Entwicklungsmodells hängt davon ab, dass die Grundstückseigentümer mitziehen. Bürgermeister Hoffmann bezeichnet diesen Weg als sinnvoll und notwendig: „Die Entwicklung eines Baugebiets bringt nun mal auch Kosten mit sich. Diese Kosten können nicht den allgemeinen Steuersäckel belasten.“ Es sei nicht mehr zeitgemäß, wenn die Stadt wie noch beim Wohngebiet zwischen Kasseler Straße und Altem Weg (J 26) einen Teil der Erschließungskosten trage und zudem noch eine Kindertagesstätte errichte: „Diese Infrastruktur gehört zum Baugebiet.“

Zuversichtlich beurteilt der Bürgermeister die Nachfrage nach Bauland: „Die Baugebiete, die bisher in Rodgau entwickelt wurden, haben immer ihre Abnehmer gefunden.“ Die Hessische Landgesellschaft teilt diese Einschätzung: „Wir schätzen Rodgau als hoch attraktiven Wohnstandort mit hoher Lebensqualität und hervorragenden Verkehrsanbindungen ein.“

Trotz Abwicklung durch die HLG behält die Stadt die Planungshoheit: Sie kann Einfluss auf die Planung, Verwertung, Vermarktung und Erschließung nehmen. Die HLG-Gebühren machen fünf bis 7,5 Prozent des Bauland-Verkaufspreises aus.

Quelle: op-online.de

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