Trostlose Wiese mit Trampelpfad sorgt für Streit

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Einfach hässlich: Der von verfaulten Baumstämmen gesäumte Gehweg wird auch in diesem Jahr wieder nicht saniert.

Nieder-Roden - (eh) Als Musterbeispiel für ein schöneres Ortsbild will die CDU Nieder-Roden die kleine Grünanlage gegenüber dem neuen Altenheim an der Frankfurter Straße neu gestalten. Auch die örtliche SPD hat sich schon vor Jahren dafür eingesetzt. Der gesamte Ortsbeirat sprach sich 2007 für eine optische Verbesserung aus.

Doch auch in diesem Jahr wird sich nichts tun: Im Haushaltsplan der Stadt steht kein Geld bereit.

Als erster Schritt sollte der Gehweg auf der Seite des Altenheims erneuert werden. Auch daraus wird vorerst nichts: Die Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und FWG hat die dafür vorgesehenen 170 000 Euro aus dem Haushaltsplan gestrichen. Begründung: Wenn das Brachland neben der „Seniorenresidenz“ demnächst bebaut werde, könnten schwere Baumaschinen den neuen Gehweg gleich wieder beschädigen.

„Durch die Streichung der Gelder ist eine Aufwertung des Ortsbildes in diesem Bereich auf absehbare Zeit gestorben“,vermutet der stellvertretende CDU-Ortsvorsitzende Lars Neumann. Der Zustand des Gehwegs sei unbefriedigend mit Unebenheiten und Stolperfallen.

„Der Gehweg im Bereich der Frankfurter Straße hat mit Sicherheit Ausbesserungsbedarf“,sagt auch Erste Stadträtin Hildegard Ripper (CDU). Sie will auf den schmalen Grünstreifen verzichten, um Platz für einen ausreichend breiten Fahrradweg zu gewinnen. Bei dieser Gelegenheit solle auch die Bushaltestelle modernisiert werden. Für die Planungskosten hätte sich die Tiefbaudezernentin wenigstens einen kleinen Betrag im Haushaltsplan gewünscht.

Nicht nur im Winter ein trostloser Anblick: Die kleine Grünanlage mit den Recycling-Containern hat laut Ortsbeirat eine Auffrischung nötig. 

Von einer „optischen Vernachlässigung mitten im Ort“ spricht CDU-Ortsbeirätin Hannelore Wrede, die sich seit vielen Jahren für ein schöneres Stadtbild einsetzt. Sie initiierte unter anderem einen Wettbewerb zur Gestaltung von Hofeinfahrten im Altort und fand Geldgeber für die Verkehrskreisel an der Querspange. Nach dem Nein zum Gehwegausbau befürchtet sie nun, dass die ganze Umgestaltung der Frankfurter Straße scheitern könnte.

Dabei geht es ihr besonders um die kleine Grünanlage zwischen Plus-Markt und Bäckerei Bauder: Trampelpfade durchziehen den kargen Rasen, Altglas- und Altkleidercontainer stehen ungeordnet am Rand. Bei einer Besichtigung im Herbst 2007 war sich der Ortsbeirat einig gewesen, dass dieser Anblick nicht so bleiben könne. Zudem wurde angeregt, in dieser Grünanlage mit einem Gedenkstein an den Ex-Nieder-Röder Rio Reiser und dessen Band „Ton Steine Scherben“ zu erinnern.

Nach jahrelangem Bemühen um eine Umgestaltung der ortsbildprägenden Grünanlage verliert Hannelore Wrede allmählich die Geduld, zumal durch nicht mehr standfeste Bäume auch die Verkehrssicherheit beeinträchtigt sei. „Ich möchte das für die ganze Stadt Rodgau zum Präzedenzfall machen“,sagt sie: „In jedem Stadtteil gibt es eine Stelle, wo das mit den Containern besonders hässlich ist.“Technisch könne man solche Behälter längst im Boden versenken.

Auch die SPD steht im Wort. In ihrer Zeitung „Pro Rodgau“ hat Günter Lachmund wiederholt eine Grünflächengestaltung an diesem Abschnitt der Frankfurter Straße eingefordert. Ende 2006 kritisierte er, die Rodgau-CDU höre offenbar nicht auf ihre eigene „Südschiene“. Diesen Ball spielt die Union nun zurück: Die Nieder-Röder SPD könne sich in der eigenen Stadtfraktion nicht durchsetzen, schreibt die CDU. Nach dem Parkplatz Seestraße hätten die Genossen erneut eine notwendige Baumaßnahme im Stadtteil aufs Abstellgleis geschoben.

Dass sie gemeinsam stark sein können, hatten SPD und CDU Nieder-Roden vor wenigen Jahren beim Ausbau der Karolingerstraße bewiesen. Gegen den Rat des Bauamts setzten sie Pflastersteine statt Asphalt durch. Es war nicht nur die schönere, sondern auch die billigere Lösung.

Quelle: op-online.de

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