Trotz Blitzeis viel zu schnell unterwegs

Rodgau (bp) ‐ Trotz Winterwetters mit Blitzeis hat es gestern Morgen auf der Rodgau-Ring-Straße erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen gegeben.

Das geht aus einer Blitz-Aktion des städtischen Ordnungsamts an der verlängerten Kasseler Straße hervor. Der Schnellste fuhr in der Tempo-50-Zone mit 79 km/h in die Radarfalle.

An dieser Stelle wird besonders oft geblitzt. Und dies, obwohl es sich nach Informationen der städtischen Pressestelle nicht um einen Unfallschwerpunkt handelt. Der starke Verkehr an dieser Querung, die Nähe zur Wilhelm-Busch-Schule sowie Hinweise aus der Bevölkerung über zu schnelle Fahrzeuge rechtfertigten allerdings im Sinne der Unfallverhütung diese regelmäßige Kontrolle, hieß es gestern dazu auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Pressestelle nannte auch Fallzahlen. Demnach war bei einer Geschwindigkeitskontrolle am 12. Januar der schnellste bei zulässigen 50 km/h mit stolzen 104 Sachen unterwegs. Von 548 Fahrzeugen mussten 54 verwarnt werden. Acht Autofahrer erhielten Anzeigen. Eine Kontrolle am 1. Februar an derselben Stelle ergab - vorbehaltlich der noch ausstehenden abschließenden Auswertung - 69 Verwarnungen bei 399 erfassten Fahrzeugen. An diesem Tag fuhr der Schnellste 96 km/h.

Warum wurde bei Glatteis denn überhaupt gemessen? Verbietet sich dies denn nicht, weil wegen der Wetterlage zu erwarten war, dass sowieso langsam gefahren würde? Das wäre laut Stadt zwar wünschenswert. Etliche Verkehrsteilnehmer hätten ihre Fahrweise dem Wetter aber nicht angepasst. Außerdem „war durch das hohe Fahrzeugaufkommen auf der Rodgau-Ring-Straße die Eisdecke nach 9 Uhr nicht mehr so geschlossen wie in den Wohngebieten. Deshalb wurde die eigentlich für die Wilhelm-Leuschner-Straße vorgesehene Geschwindigkeitskontrolle kurzfristig in die Rodgau-Ring-Straße verlegt“, antwortet Stadt-Sprecherin Sabine Fischer. Sie widerspricht dem Eindruck, dass der Blitzer bloß deshalb an dieser Stelle so gern aufgebaut wird, weil dies an diesem Platz besonders einfach geht und das Gerät gut getarnt steht.

Dies spiele bei der Standortwahl „keine Rolle“. Der Aufbauaufwand unterscheide sich nicht von jenem an anderen Messstellen. Die verdeckte Lage sei „ kein vorrangiges Auswahlkriterium“. Die große Zahl der Verstöße sei Grund genug, um „hier im Interesse der allgemeinen Verkehrssicherheit durch Geschwindigkeitskontrollen eine gewisse Verkehrserziehung zu praktizieren“.

Quelle: op-online.de

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