Trotz Krise ist Logistik gefragt

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Mit Strichcodes übersät sind diese Pakete aus Übersee. Da heißt es den Durchblick zu behalten, wie Jürgen Kiefer Besuchern erklärt.

Nieder-Roden - (eh) Von der Wirtschaftskrise ist bei Geodis Logistics in Nieder-Roden nichts zu sehen. „Im Moment herrscht eine große Nachfrage, wir haben viel zu tun“, sagt Niederlassungsleiter Jürgen Kiefer.

Gerade erst hat Geodis seine Lagerfläche um 70 Prozent erweitert und nebenan 7 000 Quadratmeter von der Garbe-Gruppe angemietet.

Bis zum Jahresende will das Unternehmen in Rodgau 13 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. „Wir müssen viel Zeit investieren, um die richtigen Personen zu finden“, erklärt Kiefer an einem Beispiel: „Seit zwei Jahren suchen wir jemanden für den Zollbereich.“

Logistik bedeutet mehr als Lagerhaltung und Transport von Waren. Einen Einblick in die Vielfalt der Branche gab der bundesweite „Tag der Logistik“, an dem sich gestern rund 300 Unternehmen beteiligten - auch Geodis in Nieder-Roden.

Neben dem zehn Meter hohen Hochregal wirken Menschen fast wie Spielzeugpuppen. Auf den Regalböden haben 7 000 Paletten Platz, die mit Gabelstaplern aus- und eingelagert werden.

Der Betrieb an der Behringstraße war vor fünf Jahren mit einem einzigen Kunden (IBM) gestartet. Seither ist die Zahl der Auftraggeber auf 14 gestiegen. Unter allen Geodis-Niederlassungen in Deutschland ist Rodgau der Standort mit den meisten Kunden. IBM bringt noch rund 60 Prozent des Umsatzes, das restliche Geschäft verteilt sich zur Risikostreuung auf ein breites Spektrum an Branchen. Im Hochregal liegen Kupplungsscheiben neben Babycreme. Geodis beliefert auch die Gastronomiekunden eines Weinhändlers mit edlen Tropfen.

Tausende winziger Einzelteile für Druckgussmaschinen lagern in zwei haushohen Automaten und sind auf Knopfdruck verfügbar. Nebenan sitzt eine kleine Arbeitsgruppe und verschickt täglich rund 10 000 Briefe mit SIM-Karten an Mobilfunk-Kunden.

FAKTEN

Seit Oktober 2004 hat die Geodis Logistics Deutschland GmbH eine Niederlassung an der Behringstraße in Nieder-Roden.

Die Lagerfläche wurde jetzt von 10 000 auf 17 000 Quadratmeter erweitert.

Die Mitarbeiterzahl soll in den nächsten Monaten von 60 auf 73 wachsen.

Die Geodis-Gruppe mit Hauptsitz in Paris ist weltweit in 120 Ländern aktiv.

Statt Dienstleistungen von der Stange basteln die Logistiker für jeden Kunden eine maßgeschneiderte Lösung. Dabei werden auch Subunternehmer eingesetzt. Jeder Kunde werde von einem persönlichen Ansprechpartner betreut, betont Jürgen Kiefer. Den großen Reiz der Branche sieht er in der Vielfalt der Aufgaben und der ständig notwendigen Flexibilität. Eine junge Auszubildende drückte es gestern in einem Vortrag für eine Besuchergruppe aus Rodgauer Schulen so aus: „Als Speditionskauffrau muss man stressresistent sein.“

Quelle: op-online.de

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