Geschenk zum 125. Geburtstag

TGM SV Jügesheim richtet Fest des Turngaus aus

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Vom Rhönrad bis zur Airtrackbahn: Jugendliche aus der Turnerjugend Offenbach-Hanau geben Hilfestellung, damit den Kindern bei den vielen Bewegungsangeboten am Rand des Turnfests nichts passiert.

Jügesheim - Dem Turner-Nachwuchs der Region hat die TGM SV Jügesheim am Wochenende ein großes Geschenk gemacht: Zum 125. Geburtstag richtete der Verein das (Kinder-)Turnfest des Turngaus Offenbach-Hanau aus – zum ersten Mal seit 50 Jahren.

Auch für einen großen Verein bedeutet das viel Arbeit. Bis zu 180 ehrenamtliche Helfer sorgten dafür, dass es Sportlern und Zuschauern an nichts fehlte.

Wo ist das Flatterband? Wo kann ich meinen Kuchen abgeben? Hilfe, die Fritteuse streikt! Inge Ries steht am Eingang der Sporthalle Lange Straße und wird ständig angesprochen. Sie ist gleichzeitig Auskunftsdame, Wegweiserin und Problemlöserin: „Es ist halt die erste Stunde, da sucht jeder noch alles.“ Seit Beginn der Wettkämpfe ist sie noch nicht dazugekommen, ihre gelbe Warnweste anzuziehen. Die Leute finden sie auch so.

Kompletter Ablauf im Kopf

Die erfahrene Organisatorin hat den kompletten Ablauf im Kopf. Probleme löst sie schnell und effizient. Für die streikende Fritteuse unterbricht sie das Gespräch mit zwei Journalisten: Das Essen hat Vorrang. Nicht auszudenken, wenn die Pommes-Versorgung zur Mittagszeit ins Stocken geriete! Eine Minute später ist bereits ein Elektriker alarmiert.

Für die Abwicklung der Wettkämpfe sorgt der Turngau Offenbach-Hanau. Die Vereine stellen die Kampfrichter, jeweils einen pro sieben Teilnehmer. Das ganze Drumherum organisiert die TGM SV. Ihr Einsatzplan umfasst 180 Arbeitsschichten. Manche Helfer übernehmen sogar mehrere Dienste: Auf- und Abbau, Bewirtung, Parkplatzaufsicht oder Betreuung der Mitmachangebote.

Eine besondere Schwierigkeit

Ehrenamtliche im Grilldunst: Das erfahrene Team der TGM SV Jügesheim verköstigte allein am Samstag 674 Kinder und deren Eltern.

Der Großparkplatz auf einer Wiese östlich der Bundesstraße 45 hält eine besondere Schwierigkeit bereit. Nach regnerischen Wochen ist der Boden so aufgeweicht, dass die Fahrzeuge an manchen Stellen einsinken. Gut, dass es hilfsbereite Landwirte gibt! Ein Traktor macht fest sitzende Autos wieder flott.

Für die Turner auf dem Kunstrasenplatz ist das Wetter ideal: angenehm warm, aber ohne sengende Sonne. Einige Disziplinen werden in der Sporthalle ausgetragen. Als „Plan B“ haben die Veranstalter vorsorglich die Aula der Georg-Büchner-Schule angemietet. Doch die Aula wird nicht gebraucht.

Auch ohne Regen haben die Helfer genug zu tun. Bereits am Freitag haben sie zwischen 16.30 und 21 Uhr die Turngeräte aus den städtischen Sporthallen nach Jügesheim gebracht. „Manche haben schon gemeckert, weil sie nicht weiterturnen konnten“, berichtet Inge Ries. Am Samstagabend und am Sonntagmorgen sind erneut starke Arme gefragt: Fußballer, American Footballer und Tischtennisspieler – alle helfen mit. Die teuren Geräte dürfen nicht im Freien stehen bleiben. Daran scheiterte auch die Idee, das Turnfest im Sportzentrum Weichsee auszutragen: Dort gibt es nicht genügend Raum, um Barren & Co. nachts unterzustellen.

Heiße Phase begann nach Ostern

Seit zwei Jahren weiß die TGM SV Jügesheim, dass sie das Gauturnfest ausrichten darf. Am Jahresanfang hat der Verein mit den Vorbereitungen begonnen, die heiße Phase begann nach Ostern. Susanne Kuhn ist eine der vielen Ehrenamtlichen in der TGM SV Jügesheim. Seit zwölf Jahren ist sie Übungsleiterin im Kinderturnen. In der Kulinarischen Woche arbeitet sie von Anfang an mit – also seit 15 Jahren. Beim Turnfest backt sie Brezeln. Warum? „Es macht Spaß. Es sind auch immer nette Leute, mit denen du arbeitest. Auch unsere Töchter machen bei den Vereinsfesten mit.“ Mit einem Blick in die Runde sagt Susanne Kuhn: „Schön, dass so viele junge Leute hier im Einsatz sind.“

Im Judoraum der Sporthalle hat sich das Wettkampfbüro eingerichtet: Tische in U-Form, sechs Laptops, zwei Drucker. Hajnalka Fesis aus Nieder-Roden tippt die Ergebnisse aus den Riegenmappen in eine Excel-Maske ein. Das Programm errechnet die Platzierungen und druckt die Urkunden. Eine Stunde nach Beginn der Wettkämpfe ist es noch ruhig, Hajnalka Fesis sitzt allein am Computer und erfasst die ersten Daten. Bald wird es etwas hektischer zugehen. In der letzten Stunde vor der Siegerehrung ist am meisten zu tun, damit die Urkunden rechtzeitig fertig sind.

Seit mehr als 30 Turnfesten arbeitet Hajnalka Fesis für den Turngau Offenbach-Hanau im Berechnungsausschuss mit: „Ganz am Anfang haben wir das alles per Hand eingetragen und mit dem Taschenrechner ausgerechnet.“ Damals nahmen am Gaukinderturnfest aber auch noch mehr als 2000 Kinder teil. Dass die Computertechnik mal komplett ausfiel, hat sie in all den Jahren noch nie erlebt. Es kam aber schon mal vor, dass kurzfristig ein neuer Drucker besorgt werden musste: Der einzige Drucker streikte und das Zweitgerät war daheim vergessen worden.

Währenddessen gehen am Verpflegungsstand Hot Dogs, Grillsteaks und Pommes Frites über den Tresen. Soeben hat der Platzsprecher darauf hingewiesen, dass es gerade keine Warteschlangen gibt. Claudia Gorhold, ebenfalls eine langjährige Helferin, senkt einen neuen Korb tiefgekühlter Kartoffelstäbchen in das siedende Fett. Sie steht mitten im Pommes-Dunst und sagt lachend: „Da kann man sich drei Mal die Haare waschen und riecht immer noch danach.“ Gemeinsam mit netten Menschen macht ehrenamtliche Arbeit besonders viel Spaß.

eh

Quelle: op-online.de

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