Mit Waffe bedroht

Nach Überfall plötzlich verwundbar

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„Etwa hier habe ich dem Täter mein Portemonnaie auf dem Bürgersteig vor die Füße geworfen“, erinnert sich Überfallopfer Peter Steinhäuser.

Nieder-Roden - Ende 2011 zog der Seligenstädter Peter Steinhäuser nach Nieder-Roden. „Ich dachte, hier ist es beschaulich, hier bin ich gut aufgehoben.“ Dieses beruhigende Gefühl der Sicherheit hat der 39-Jährige jetzt verloren. Von Bernhard Pelka

In der Nacht zum Donnerstag wurde er in der Büchnerstraße überfallen. Der Täter bedrohte ihn mit einer Waffe. „Zurückgeblieben ist ein beklemmendes Gefühl der Angreifbarkeit“, beschreibt der Jurist seinen Zustand. Zur Arbeit in Frankfurt konnte er gestern nicht gehen. „Das krieg ich nicht hin, hab ich gespürt.“ Gegen 23.25 Uhr war Peter Steinhäuser am Mittwochabend in der Büchnerstraße auf dem Nachhauseweg, als er nahe dem Bahnhofs-Bistro eine Stimme hinter sich hörte, die „Hallo“ rief. Als sich der 39-Jährige umdrehte, blickte er in den Lauf einer Waffe. „Der Täter hat sie in Gangster-Manier so leicht schräg gehalten.“

Der Mann mit Sturmmaske forderte: „Geldbeutel her, Handy her.“ Das Opfer warf dem Angreifer (etwa 1,70 Meter groß, komplett in Schwarz gekleidet, 20 bis 30 Jahre alt, normale Figur) das Portemonnaie vor die Füße. „Ein Handy hatte ich nicht dabei.“ Der Ganove floh in unbekannte Richtung. Jetzt fehlen Peter Steinhäuser 300 Euro Bargeld und sämtliche Papiere wie Führerschein, Personalausweis, Fahrzeugpapiere, Bankkarte, Krankenversicherungskarte und Bahnkarte. Leider blieb die Suche in Mülleimern und Papierkörben unweit des Tatorts ohne Erfolg. „Ich habe nichts mehr von meinen Sachen finden können.“

Der Überfallene erinnert sich noch daran, dass er im Moment der Tat kurz darüber nachdachte, ob die Waffe wohl echt sei. „Ich hab davon aber keine Ahnung, also habe ich lieber gemacht, was der Mann gefordert hat.“ Als der Täter verschwunden war, begegnete Peter Steinhäuser in der Büchnerstraße noch Passanten. „Ich habe sie gewarnt, weiterzugehen, weil ich gerade überfallen worden sei.“

Dass ihn eine solch massive Straftat ausgerechnet im verschlafenen Nieder-Roden einmal betreffen könnte, hat der 39-Jährige bisher nicht für möglich gehalten. Als Mitarbeiter des Job-Centers ist er in seinem Zuständigkeitsbezirk Frankfurt-Sossenheim ganz Anderes gewohnt. „Und trotzdem ist es passiert. So sicher ist es auch in Nieder-Roden nicht“, bedauert das Überfallopfer. Sehr gefreut hat sich der Wahl-Rodgauer über einen Anruf von Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Per E-Mail an die Stadt hatte Steinhäuser von dem schlimmen Vorfall berichtet. Hoffmann rief ihn am Feiertag abends an „und hat versucht, mich ein bisschen aufzubauen“. Bis das Ereignis verarbeitet ist, wird es aber wohl noch eine Weile dauern.

Quelle: op-online.de

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