Per Schaufel ins Mittelalter

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Mit Schaufel und Spitzkelle arbeiten die Archäologinnen und ihre Helfer. Die Mauerkrone (vorne) liegt nur eine Handbreit unter der Grasnarbe.

Hainhausen - Die archäologische Grabung nach der Wasserburg geht in die zweite Runde. Ein Stück der Ringmauer ist freigelegt. Gestern kamen Reste eines Kachelofens zum Vorschein.

Seit Montag graben die beiden Archäologinnen des Kreises Offenbach gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern in der Rodau-Aue. Die erste Grabung hatte im Sommer 2012 nachgewiesen, dass die mittelalterliche Wasserburg der Herren von Haginhusen tatsächlich dort stand.

Nun hat die Gruppe ein weiteres Stück der Ringmauer freigelegt. Die Mauerkrone aus Sandstein und Basalt ist etwa zwei Meter breit. An der Innenseite stieß das Team auf Überreste eines Ofens: becherförmige Kacheln und Ofenlehm, der mit Holzkohle durchsetzt ist. „Unsere Helfer hatten kohlschwarze Hände“, berichtet Roland Schlitt vom Geschichts- und Kulturverein Hainhausen (GKH).

Hochpflaster freilegen

Neben ehrenamtlichen Mitarbeitern der Bodendenkmalpflege wirken auch etliche GKH-Mitglieder an der Grabung mit. Der jüngste Helfer ist Sebastian (10). Heute will die Arbeitsgruppe mit einem Industriestaubsauger das so genannte Hochpflaster freilegen, das wohl den Innenboden der Burg bildete.

„Wir werden den Schnitt weiter nach Süden erweitern“, kündigt Archäologin Dagmar Kroemer für die nächsten Tage an. Möglicherweise stoße die Grabung ja noch auf den Bergfried, der angeblich im 19. Jahrhundert bei Arbeiten am Mühlgraben freigelegt worden sei. Die aktuelle Grabung werde „sicher zwei Wochen“ dauern.

Auch einzelne Metallteile kamen zum Vorschein, unter anderem ein Hufeisen. Ob es aus dem Mittelalter stammt oder jüngeren Datums ist, ist noch ungeklärt. 

eh

Quelle: op-online.de

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