Abschlussübung in Weiskirchen

Feuerwehr beweist Einfallsreichtum

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Einfallsreichtum war bei der Menschenrettung gefragt.

Weiskirchen - Schreiende Verletzte in der Dunkelheit und Wunden mit künstlichem Blut: Erschreckend realistisch wirkte die Szenerie bei der Abschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Rodgau-Nord am Donnerstagabend.

In einem Bauernhof an der Hauptstraße übten die Einsatzkräfte die Rettung von Menschen nach einer Explosion. Überraschend mussten sie auch als Ersthelfer einspringen: Wegen eines angeblichen Großeinsatzes waren keine Rettungswagen verfügbar. Die Feuerwehrleute meisterten auch diese Herausforderung, wie Vize-Stadtbrandinspektor Michael Gröschl berichtet. Er hatte die Übung gemeinsam mit Nicolai Merz vorbereitet.

Angenommen wurde, dass es durch eine Explosion zu einem Brand im Dachgeschoss eines Getreidespeichers kam. Durch die Druckwelle stürzten mehrere Erntehelfer in der angrenzenden Scheune aus großer Höhe ab. Sie lagen auf den Zwischenböden in etwa drei Meter Höhe und schrien verzweifelt um Hilfe.

Feuerwehr Rodgau: Rettung aus dem Eis

Etwa 60 Feuerwehrleute hatten alle Hände voll zu tun. Sie mussten nicht nur die Menschen retten und den Brand bekämpfen, sondern die Verletzten auch notfallmäßig versorgen. Einfallsreichtum war gefragt, als es galt, die Verletzten von den höher gelegenen Zwischenpodesten schnell und schonend nach unten zu bringen.

Fünf geschminkte Jugendliche mimten die Verletzten. Sie gehören einer neuen Gruppe an, die sich der „realistischen Unfall-Darstellung“ (RUD) widmet. Diese Gruppe der Feuerwehr Rodgau-Mitte hat sich dieses Jahr etabliert. Sie steht von nun an den Feuerwehren bei Übungen zur Verfügung. Hier können die Brandschützer hautnah den richtigen Umgang mit schweren Verletzungsmustern üben. So gab es zum Beispiel einen offenen Bruch, bei dem auch das künstliche Blut herausspritzte.

Großübung der Rodgauer Feuerwehr

Großübung der Rodgauer Feuerwehr

Die Einsatzkräfte brauchten ihr ganzes Fachwissen aus der Ersten Hilfe, um gezielt zu helfen. Denn laut Übungs-Szenario waren Rettungsdienst und Notärzte nur im Main-Kinzig-Kreis und in Darmstadt-Dieburg verfügbar - mit entsprechend langen Anfahrtswegen. Michael Gröschl: „Glücklicherweise haben die Rodgauer Feuerwehren auch viele Rettungssanitäter, welche beruflich bei den Hilfsorganisationen Dienst leisten, somit steht auch immer qualifiziertes Fachpersonal zur Verfügung.“

(eh)

Quelle: op-online.de

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