„Ufftakt“ bei der TGM  SV

Gipfel des Fastnachtsklamauks

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Da ließ es sich der Yeti schmecken: Kräftige Dosenwurst vom Landwirt Raab!

Jügesheim - Wenn ein Alphorn Verstopfung hat, der Eismensch Ötzi zum DJ wird und der Yeti die Dosenwurst vom Bauern verschlingt, ist Fastnacht bei der TGM  SV. Traditionell mischen sich zum „Ufftakt“ der Kampagne komödiantisches Talent, gesangliche Qualität und gute Einfälle zu einer Mottoshow.

Zugegeben: Die aktuelle Berg-Geschichte um die Suche zweier Söhne nach ihrem im Giesem-Gebirge verschollenen Vater war nicht so raffiniert gestrickt wie die Story vom Ufftakt 2012, als den engagierten Hobby-Komödianten ein brüllend komischer Schwank zum Leben einer deutsch-italienischen Familie gelang. Aber auch die am Samstag gebotene Alpen-Saga mit Rodgauer Prägung war beste Unterhaltung aus der Feder von André Haus, Simone Gajewski, Heike Unbehau und Siggi Balz.

Den Kern der Handlung bildete die Suche von Erwin Sahminger VI. (Claus Müller) und dessen Bruder Walter (Vorstandssprecher Götz Schwarz) nach ihrem Vater Erwin Sahminger V. (André Haus). Der ist seit seinem Versuch vor 15 Jahren, die gefährliche Nordwand des Bergs Giesem zu besteigen, verschollen. Herrlich hierbei die Anspielung auf das Gründungsjahr von TGM SV, denn der Giesem ist selbstverständlich 1888 Meter hoch. Majestätisch erhebt er sich über dem Dudenkogel, dem Hainglockner, der Weisspitze und dem Nrrr - womit die Rangfolge der Rodgauer Stadtteile aus Jügesheimer Sicht wieder einmal geklärt wäre.

Umjubelt und sehr emotional

Nicht nur die Sahminger-Brüder machen sich auf den Weg zum Gipfel, sondern auch ihre Frauen Susanne (Jenni List) und Gerlinde (Nicole Niehuesbernd), zwei echte Prosecco-Granaten. Allerdings wählen die Damen nicht die gefährliche Nordwand, sondern die gemütliche Ausflugsroute auf der Südseite des Giesem. Auf dem Weg nach oben stylen sie den Ötzi (Markus Appelmann) zum DJ Ötzi um, Erwin und Walter begegnen dem Yeti (Klaus Hoffmeister), und auch Margot und Maria Hellwig (Steve Paxton, Norbert Schulze), Jens Weißflog (Steffen Kuhn), die verführerische Gailtalerin (Maike Köhler) kreuzen ihre Wege. Da darf natürlich Aloisius, der Bayer im Himmel (glänzend in Szene gesetzt vom frohlockenden Peter Gajewski) nicht fehlen.

Ignaz und Schwaiger (André Haus (rechts) und Siggi Balz) hatten als urig-schrullige Mitarbeiter des „Mobilen Alphorndientes MAD“ die Lacher und den Applaus auf ihrer Seite.

Zu alle dem wirbelt die Tanzformation Tinyloose über die Bühne und die Giesemer Trottwa-Lersche drehen beim Flashmob im Gebirge mächtig auf, bis der Knoten der Geschichte auf der Hinkel-Los-Alm schließlich platzt. Denn dort arbeitet der verschollen geglaubte Vater seit Jahren entspannt als Wirt. Das Publikum spendete am Ende kräftigen Beifall. Wobei das Ende gar keins war, wie Sitzungspräsident Siggi Balz bei seiner gelungenen Sitzungspräsidentenpremiere klar stellte. Im Februar soll die Story nach dem Kampagnenmotto „Der Berg ruft, die Hütte kracht, das Alphorn bläst zur Fassenacht“ beim „Drufftakt“ in der Narrhalla an der Weiskircher Straße weitergesponnen werden.

Umjubelt und sehr emotional geprägt war auch der Besuch des Rodgau Prinzenpaars. Kein Wunder: Passend zum 125-Jahre-Jubiläum von TGM SV suchte und fand der freundschaftlich verbundene Nachbarverein TGS ein Jubiläumsprinzenpaar wie aus dem Bilderbuch, bestehend aus „altem TGM SV-Adel“, wie unsere Zeitung schon vergangene Woche zur Inthronisation so treffend getitelt hatte: Prinzessin Carmen I. und ihr Prinz Patrick II.

Sie sind beide Mitglieder von TGM SV und alte Fasnachtsnasen obendrein: sie schon als Page im Elferrat, er im Männerballett und als Pausenmaskottchen „Onkel Otto“. Prinz Patrick stolz: „In der vierten Generation, des is der Hit, alles Narren - un ich durft mit!“ Natürlich gab’s für beide und den TGS-Kollegen Peter Otto von Siggi Balz den Kampagneorden. Erneut gestaltet von Heike Unbehau, zeigt er den Berg Giesem mit seinen Ablegern.

Kein Ufftakt ohne hochklassigen Gardetanz, das Aushängeschild von TGM SV. Eindrucksvoll präsentierte die Jugend-Polka-Formation Tinyloose ihre neue Choreografie für die Turniersaison, in die sie als Dritte der Deutschen Meisterschaft des Deutschen Verbands für Garde- und Schautanz startet. Erste Sahne auch die Soli von Leonie Klein und Jessica Langhans. Fröhlich klingend swingte der Abend dann mit den „Trottwa-Lerche“ und bei Gesang und Tanz aus.

bp

Quelle: op-online.de

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