„Ultra läuft man miteinander“

820 Sportler und rund 100 Helfer beim Ultramarathon in Dudenhofen

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Bei leichtem Nebel trabten mehrere hundert Langstreckenläufer am Samstag über Feld- und Waldwege östlich von Dudenhofen. 

Der erste Ultramarathon des Jahres ist gelaufen. 820 Langstreckenläufer trabten am Samstag in einer schier endlosen Reihe über Feld- und Waldwege: 50 Kilometer in zehn Runden. Der „Ultra“ im Januar ist für viele Sportler ein Muss.

Dudenhofen – Der Rodgau-Lauftreff (RLT) bringt dafür jedes Jahr rund 100 freiwillige Helfer auf die Beine. Für sie ist mit der Siegerehrung noch lange nicht Schluss.

„Wir haben noch nie Probleme gehabt, Helfer zu finden“, sagt Wolfgang Junker, der seit dem ersten RLT-Ultra im Jahr 2000 mit Herzblut dabei ist. Sein „Weckjodler“ am Morgen ist legendär. Wenn er damit loslegt, wissen die versammelten Sportler in der TSV-Halle: Jetzt kommen die wichtigen Ansagen.

Wenn um 10 Uhr an der Gänsbrüh der Startschuss fällt, haben die Helfer schon ein paar Stunden Arbeit hinter sich. Das Küchenteam bereitet ab 6 Uhr früh in der TSV-Halle das Frühstück vor: frische Brötchen und Getränke für 200 bis 300 Leute. Wenn die Läufer auf der Strecke sind, geht es an die Zubereitung der Linsensuppe, denn in drei Stunden kommen die Ersten ja schon wieder zurück. Wer 50 Kilometer gelaufen ist, hat sich eine warme Mahlzeit verdient.

Dudenhofen (Rodgau): „Eine Stunde vor dem Lauf ist kaum noch ein Durchkommen“

Früh aufstehen muss auch das Aufbauteam für Start und Ziel an der Gänsbrüh. Gegen 7 Uhr fängt die Arbeit an. Der Streckensprecher platziert sein Auto, Werbebanner werden aufgehängt, die Technik zur Zeitmessung installiert. Spätestens um 8 Uhr sollte das ganze Material im Wald sein. „Eine Stunde vor dem Lauf ist kaum noch ein Durchkommen“, so RLT-Pressesprecherin Bärbel Fischer.

„Eine Garage voller Sachen muss hin- und herbewegt werden“, erklärt Wolfgang Junker. Das gehe bis hin zum Trinkwasservorrat: „Wir haben ein 1000-Liter-Wasserfass, das wir aufstellen, weil wir nicht die Wasserleitung an der Gänsbrüh anzapfen wollen.“ Zu groß sei das Risiko, dass die Leitung einfriert. Schließlich ist Winter – und der Ultramarathon lief auch schon mal bei elf Grad unter Null.

Dudenhofen (Rodgau): Zusammenhalt hilft beim Durchhalten

Am Verpflegungsstand bei Kilometer 1 stehen Tee, Bananen, Müsliriegel und noch Einiges mehr bereit. Sportlich Ehrgeizige schnappen sich einen Becher Tee im Vorbeilaufen, Genussläufer gönnen sich vielleicht mal einen kurzen Boxenstopp. Aufmunternde Worte gibt es dazu. Alle Helfer sind (oder waren) aktive Läufer und wissen, dass es nach etwa 30 Kilometern richtig anstrengend wird.

Wenn es ums Durchhalten geht, hilft auch der Zusammenhalt zwischen den Sportlern. Die Ultraläufer empfinden sich als große Gemeinschaft, wie Bärbel Fischer sagt: „Bis Marathon läuft man gegeneinander, Ultra läuft man miteinander.“  eh

Quelle: op-online.de

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