Bachschleifen verkleinern Bolzplatz

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Wo früher ein asphaltierter Geh- und Radweg verlief, schlängelt sich nun die Rodau am Bolzplatz entlang. Flache und steilere Uferzonen wechseln sich ab.

Dudenhofen (eh) - Ein weitere Teilstück der Rodau ist naturnah gestaltet. Betroffen ist ein rund 100 Meter langer Abschnitt in Dudenhofen zwischen Opelstraße und Jugendhaus. Dort schlängelt sich der Bach nun durchs Gelände, statt schnurgerade im alten Bachbett zu fließen.

Kurz vor dem Jahresende hat die Stadt Rodgau den Beschluss vom Frühjahr in die Tat umgesetzt.

Mit einfachen Baggerarbeiten war es nicht getan: Die Bauarbeiter mussten auch einen asphaltierten Geh- und Radweg entfernen und einen neuen Weg mit Steinchenbelag anlegen. Die abgebauten Straßenlaternen sollen wieder aufgestellt werden. Mit einer Auftragssumme von 77 600 Euro wurde der Bau nicht ganz so teuer wie geplant (90.000 Euro). Dafür hat die Stadt nicht nur 100 Meter Bachschleifen erhalten, sondern sie erwartet auch rund 200 000 Ökopunkte für den Naturausgleich bei künftigen Bauvorhaben.

Die Umgestaltung an dieser Stelle war politisch umstritten. Gegner des Vorhabens kritisierten nicht nur die hohen Kosten, sondern auch die Verkleinerung des Bolzplatzes, die Fällung von zehn der 32 Erlen und den Ersatz des Asphaltwegs durch einen Weg mit „wassergebundener Decke“. Der Ortsbeirat Dudenhofen hatte die Umgestaltung mit den Stimmen von CDU und SPD abgelehnt. In der entscheidenden Sitzung des Stadtparlaments stimmte die SPD-Fraktion allerdings mit ihren Kooperationspartnern von Grünen, FDP und Freien Wählern.

Bach an mehreren Stellen aus seinem Kanalbett befreit

Seit 2004 hat die Stadt Rodgau den Bach an mehreren Stellen aus seinem Kanalbett befreit. Davon erhofft sie sich eine Verbesserung der so genannten Gewässerstrukturgüte, die als Maß für die Qualität des Lebensraums gilt. Seit Beginn der Renaturierung hat sich die Zahl der beobachteten Fischarten von fünf auf zehn verdoppelt.

Strafgefangene des Lagers Rollwald hatten die Rodau in den Jahren 1938 und 1939 begradigt, wie in der Enzyklopädie Wikipedia nachzulesen ist. Direkt neben dem Bachbett wurde auf weiten Strecken später das dickste Rohr der Kanalisation verlegt. Dieser so genannte „Hauptsammler“ verhindert zum Beispiel einen naturnahen Umbau der Rodau östlich von Dudenhofen (Flachsberg). Nach Angaben des Magistrats eignen sich nur noch zwei Stellen im Stadtgebiet zur Renaturierung: die Kleingärten im Überschwemmungsgebiet „Breitwiese“ bei Nieder-Roden und ein Naturschutzgebiet bei Rollwald. Beide sind in Privateigentum.

Quelle: op-online.de

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