Winter kommt

Reifen heiß begehrt

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Udo Bruder im Reifenlager der SBS Autoservice GmbH. Rund 250 Kunden lassen dort ihre Winter- und Sommerreifen lagern.

Rodgau - Wenn es kälter wird, laufen bei den Reifendiensten die Telefone und die Hebebühnen heiß. In der Hochsaison des Reifenwechsels müssen Kunden bis zu zehn Tage auf einen Termin warten.

Auch wer neue Winterreifen braucht, sollte sich jetzt umsehen - sonst sind die besten Angebote weg. „Hier ist die Hölle los“, berichtet Udo Bruder vom SBS Autoservice in Dudenhofen. Die Nachrichten vom ersten Schnee in Bayern bescherten der Autowerkstatt gestern einen Ansturm an Anfragen: „Zwischen 7 und 9 Uhr hat das Telefon nicht stillgestanden.“ Seit dem Tag der deutschen Einheit ist Reifenwechsel angesagt. Udo Bruder: „Das kommt schlagartig - als würde einer ein Scheunentor aufmachen.“

Hochbetrieb herrscht auch bei Reifen Salg in Nieder-Roden. Kunden müssen laut Patrick Salg zurzeit zwei Tage auf einen Termin warten. Bei steigender Nachfrage werde sich die Wartezeit auf bis zu eine Woche verlängern: „Mehr wird’s aber nicht. Das ist alles eine Frage der Organisation.“ Besonders reibungslos gehe die Montage, wenn die Winterräder beim Händler eingelagert seien: „Wir wuchten sie aus, bereiten alles vor und wenn der Kunde kommt, müssen sie nur noch montiert werden.“

Viele Werkstätten und Reifendienste bieten ihren Kunden an, die Winter- und Sommerreifen fachgerecht zu lagern. Das ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit. Autoreifen sind größer als noch vor zehn Jahren - in vielen Garagen ist schlicht und einfach kein Platz dafür. Die Fachleute säubern die Reifen, überprüfen sie und erinnern die Kunden rechtzeitig an einen notwendigen Neukauf.

„Reifen einlagern hat nichts mit Geld verdienen zu tun, sondern eher mit Kundenbindung“, sagt Lothar Scholz vom Autohaus Römhild in Nieder-Roden. Das Unternehmen hat dafür eigens eine Halle angebaut. Die Reifen der Stammkunden liegen dort in hohen Regalen. Der Reifenwechsel geht dann ruckzuck: „Da gibt es ganze Familien, die machen vier Termine hintereinander und kommen mit vier Autos.“

Alle Jahre wieder ruft das Autohaus Römhild zwei Winterreifen-Wochen aus, um die Arbeit zu bündeln. Am 21. Oktober geht es los. „Da machen wir von Montag bis Samstag nichts anderes als Winterreifen zu tauschen“, erklärt Lothar Scholz. Zwei Mechaniker arbeiten die Termine im Viertelstundentakt ab - „ein Knochenjob“, wie Scholz sagt. Der Reifenwechsel sei aber nicht auf diese beiden Wochen beschränkt: „Wir wechseln natürlich jeden Tag Räder, wenn das jemand möchte.“

Sind die Winterreifen noch gut? Udo Bruder vom SBS Autoservice nennt dafür zwei Kriterien:

  • Winterreifen sollten nicht älter als sieben Jahre sein.
  • Das Profil soll mindestens noch vier Millimeter tief sein.
  • Wer neue Reifen braucht, sollte laut Bruder nicht allzu lange mit dem Kauf warten: „Wer früher dran ist, hat die größere Auswahl.“ Nach dem ersten Schnee sei das Angebot schon spürbar kleiner.

Für Autofahrer, die ihre Reifen zu Hause lagern, hat Udo Bruder ein paar Tipps:Reifen immer liegend lagen, auf keinen Fall stehend.

  • Die Reifen dürfen direkt aufeinander liegen (Gummi auf Gummi), ein so genannter Felgenbaum ist unnötig.
  • Ganz wichtig: Die Räder aus den Tüten auspacken, damit sich kein Schwitzwasser bildet - „sonst leidet der Gummi und rosten die Felgen.“

(eh)

Quelle: op-online.de

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