Walter Stolz leiert Wiederaufbau an

Nach Unfall in Rollwald: Hilfe für die Kreisel-Kunst

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Walter Stolz und seine Helfer sind guten Willens, die Figurengruppe wieder komplett aufzubauen. Jetzt muss nur noch die Versicherung mitspielen.

Rodgau - Das ging ja schnell. Grafik-Designer Walter Stolz aus Nieder-Roden hat nach dem Unfall am Rollwaldkreisel ruckzuck eine Schadensliste für die Haftpflichversicherung des Unfallfahrers zusammengestellt und Handwerker organisiert.

Die Fachleute haben sich bereiterklärt, die zerdepperte Figurengruppe in dem Rondell wiederzubeleben. Stolz hatte die Holzskulpturen 2007 bei sich zuhause im Hof entworfen und zusammen mit Handwerkern zusammengebaut. „Wir haben 14 Tage und jede Menge Bohrer gebraucht“, erinnert sich der Künstler. Kein Wunder: Als Material wählte er 300 Jahre Eichenholzbalken, hart wie Eisen. „Die Versicherung muss jetzt ihre Zustimmung geben, dann legen wir los“, sagt Stolz. Die Gartenbaufirma Oczko wird die Trümmer beseitigen. Dann soll das Kunstwerk nach den Originalplänen, die Walter Stolz natürlich noch vorliegen hat, wieder aufgebaut werden. „Der Wille ist da.“ Stolz schätzt den Schaden auf rund 10.000 Euro.

Überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol waren wohl Gründe für den Unfall am vergangenen Freitag. Ein 47-Jähriger aus Rodgau hatte am frühen Abend die Kontrolle über seinen VW Passat verloren und zunächst ein Verkehrsschild und dann einige Holzfiguren im Kreisel nahe der Johanniter Unfallhilfe mit Karacho umgemäht. Das Verkehrsrondell war im Frühjahr 2007 im Auftrag des damals aktiven Gewerbevereins gestaltet worden. Fünf im Kreis sitzende Gestalten und ein Metallreif mit drei Metern Durchmesser symbolisieren die fünf Stadtteile Rodgaus am runden Tisch - oder je nach Blickwinkel auch die Erdteile und die Farben der olympischen Ringe. Mit dabei sitzt auch noch eine kleinere Figur als Symbol für die kleine Siedlung Rollwald.

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Für das Kreisel-Kunstwerk waren 300 Jahre alte Eichenbalken verwendet worden, die beim Abriss alter Häuser in Nieder-Roden übriggeblieben waren. Auf der Kreisel-Insel blühen im Sommer rund 1500 duftende Lavendelpflanzen inmitten des Straßenverkehrs. Der Bau der Anlage hatte seinerzeit rund 5 000 Euro gekostet. Auch die Bepflanzung hat Schaden genommen.

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bp

Quelle: op-online.de

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