Neue Situation wegen des Gewerbeparks

Gefährliche Begegnungen: Unfallgefahr auf der Brücke

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Jetzt wird’s auf der Brücke eng. In Gefahr geraten vor allem Radfahrer und Fußgänger. Am besten wäre es, wenn Warnwesten getragen würden – wie die Passantin rechts dies vorbildlich macht.

Dudenhofen - Die Brücke zur Blumenau hat durch den VGP-Gewerbepark eine zusätzliche Funktion bekommen: Auf dem Weg zur Arbeit pilgern täglich mehrere hundert Fußgänger und Fahrradfahrer den Fahrbahnrand entlang. Wie lassen sich dort Unfälle vermeiden? Von Ekkehard Wolf 

Viele Autofahrer nutzen die alte Straße nach Seligenstadt, um die Ampeln auf der Kreisquerverbindung zu vermeiden. Auf der schmalen Brücke über die B 45 begegnen sie Fußgängern, die oft dunkel gekleidet sind. „Jeden Morgen kommt es hier gerade im Dunkeln und bei Nässe zu gefährlichen Situationen“, berichten Volker und Stefanie Kühnle aus Dudenhofen. „Es gibt weder einen Bürgersteig noch einen Randstreifen, auf dem man sicher gehen kann. Bei Nässe und Dunkelheit ,verschwinden’ diese Verkehrsteilnehmer. Kommt jetzt auch noch der Gegenverkehr dazu, wird es sehr gefährlich.“

Auch nach der Spätschicht kurz nach 22 Uhr sind Scharen von Menschen unterwegs. „Die Leute sind so gut getarnt, dass man sie kaum sieht“, hat ein anderer Leser aus Dudenhofen beobachtet: „Ich wundere mich, dass da noch keiner auf der Strecke geblieben ist.“ Vor zwei Wochen sei ihm erstmals ein Fußgänger aufgefallen, der eine helle Jacke mit Reflexstreifen trug.

Im Gewerbepark arbeiten 800 bis 900 Menschen im Drei-Schicht-System, wie die städtische Wirtschaftsförderung bei der Firma VGP und deren Mietern erfragt hat. Schichtarbeit gibt es demnach bei Rhenus Logistics, im Rossmann-Warenlager und bei PTG Lohnverpackung.

Fünf Faktoren machen die Situation auf der Blumenau-Brücke so gefährlich:

  • Es gibt keinen Geh- und Radweg.
  • Eine Straßenbeleuchtung fehlt.
  • Viele Fußgänger sind dunkel gekleidet.
  • Radler fahren ohne Licht.
  • Viele Autofahrer halten sich nicht an „Tempo 50“.

„Die Brücke ist sehr schmal und unbeleuchtet, also eigentlich nicht als Zubringer für die Angestellten des Gewerbeparks geeignet“, meinen Volker und Stefanie Kühnle aus Dudenhofen. Bei der Planung des Gewerbeparks sei das aber nicht berücksichtigt worden.

„Die offizielle Erschließung erfolgt von Norden“, sagt Bernhard Schanze von der städtischen Wirtschaftsförderung. Das kümmert die Fußgänger wenig. Zwar fahren Autos und Laster über die Kreisquerverbindung aufs Gelände, aber zu Fuß ist der Weg über die Blumenau kürzer: Wer von der S-Bahn-Station kommt, spart rund 400 Meter. Auch die Stadtverwaltung hat das Problem erkannt. Heute, Donnerstag, wollen alle zuständigen Fachdienste gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Das ist nicht ganz einfach: „Die Brücke ist zu schmal, um einen Fußgängerweg und Gegenverkehr hinzubekommen“, erklärt Laura Klein von der städtischen Pressestelle.

Die Straße ist nur 4,40 Meter breit. Auf der Brücke befinden sich links und rechts je ein schmaler, betonierter Schrammbord (45 Zentimeter). Die Fachleute der Stadt und der Stadtwerke beraten auch darüber, ob eine Straßenbeleuchtung oder ein niedrigeres Tempolimit sinnvoll sind.

Ein gefährlicher Arbeitsplatz: Mitten auf der Autobahn

Eine Bushaltestelle am Gewerbepark ist schon seit einiger Zeit im Gespräch. „Diesen Wunsch hören wir auch von den Unternehmen“, berichtet Wirtschaftsförderer Bernhard Schanze. Im Nahverkehrsplan des Kreises Offenbach ist eine solche Haltestelle der Buslinie OF-99 geplant. Bisher ist die nächste Bushaltestelle einen Kilometer entfernt. Wer den Weg zum Arbeitsplatz zu Fuß oder per Fahrrad zurücklegt, kann auch selbst etwas für seine Sicherheit tun.

„Wenn wenigstens der ein oder andere Verkehrsteilnehmer sich entsprechend kleiden beziehungsweise die Beleuchtung an seinem Fahrrad instandsetzen würde, wäre es für alle sicherer“, meinen Volker und Stefanie Kühnle. Das betont auch der städtische Fachdienst für öffentliche Sicherheit und Ordnung: „Unserer Ansicht nach sind Fußgänger wie auch Radfahrer, die sich außerorts fortbewegen, eigenverantwortlich angehalten, reflektierende Kleidung oder Warnwesten zu tragen. Maßnahmen der Ordnungsbehörde sind nicht vorgesehen.“

Bilder: Auto überschlägt sich auf B45

Quelle: op-online.de

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