Rodgau

Union hatte schon mit 40 Prozent gerechnet

Keine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale, um 18.21 Uhr, war der erste der 36 Rodgauer Wahlbezirke ausgezählt. Der Briefwahlvorstand in Hainhausen musste allerdings auch nur 192 Stimmzettel auswerten.

Rodgau (bp/eh) - Am längsten dauerte die Auszählung in der Heinrich-Böll-Schule Nieder-Roden - bis 20.07 Uhr. Da hatte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Dr. Bernhard Knaf im dortigen Bahnhofsbistro bei der Party der Union den Ortsvorsteher Steffen Hartmann längst ausgelassen umarmt: „Heute können wir wieder lachen!“ Und der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Lortz, der seinen Wahlkreis zum neunten Mal direkt gewann, freute sich über „die klare Mehrheit, mit der das Land nun wieder vorangebracht werden kann“. Lortz ist in Hessen der einzige Abgeordnete, der eine solch gute Bilanz vorweisen kann. Er hatte alle 14 Stadtteile seines Wahlkreises deutlich gewonnen.

Derweil herrschte bei der SPD-Wahlparty in der TGS Enttäuschung. Bürgermeisterkandidat Jürgen Hoffmann bedauerte, dass „unser gutes Programm wegen der Personalprobleme vollkommen ins Abseits geraten war“. Die Landtagsabgeordnete Dr. Judith Pauly-Bender hatte mit schlechten Ergebnissen „zwar gerechnet, aber wir haben uns gewünscht, dass sich die Umfragen nicht so bewahrheiten.“ Vor dem Hintergrund des landesweiten Trends sieht die SPD-Direktkandidatin aus Nieder-Roden ihr persönliches Ergebnis. Von 33 Prozent der Erststimmen 2008 ist sie in ihrem Wahlkreis auf 23,3 Prozent abgerutscht.

Ins Rathaus verirrten sich nur wenige Besucher. Erstmals seit vielen Jahren fand dort keine Wahlparty statt. In der Kita „Am Rückersgraben“ musste das Wählerverzeichnis noch am Sonntagmittag ergänzt werden: Eine Bürgerin, die seit elf Jahren in Dudenhofen wohnt, war durch einen Computerfehler aus dem Verzeichnis gelöscht worden. Bereits am Samstag war es beim Einräumen der Wahllokale zu einem Zwischenfall gekommen. Ein Ordnungspolizist stürzte auf dem Glatteis: Schulter angebrochen!

Hildegard Ripper, CDU: „So ein klares Wahlergebnis hat Hessen selten erlebt. Die bürgerlichen Parteien haben ein eindeutiges Votum zur Regierungsbildung erhalten.“

Horst Gossmann (CDU): „Ich bin sehr zufrieden, hätte mir aber bei der CDU noch ein besseres Ergebnis gewünscht.“

Helmut Trageser (CDU): „Insgeheim hatte ich schon mit 40 Prozent für die CDU gerechnet.“

Gerd Schmalenbach, SPD: „Vielleicht hätte es uns mehr gebracht, wenn Andrea Ypsilanti schon vor der Wahl zurückgetreten wäre.“

Heino Reckließ, FDP: „Vorsicht ist geboten, kein Übermut. Das bleibt nicht so.“

Michael Schüßler, FDP: „Man sieht, dass es aufwärts geht. Bisher lagen wir bei allen Landtagswahlen unter dem Trend - jetzt liegen wir darauf. Die Zuwächse der FDP bei konstantem CDU-Ergebnis zeigen, dass die FDP jetzt auch für Anhänger anderer Parteien wählbar ist.“

Professor Dr. Kurt Offenloch, FDP: „Meine Prognose wurde noch übertroffen. Ich bin sehr zufrieden.“

Quelle: op-online.de

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