Gute Planung ist alles

Unternehmensberaterin Monika Weitz über Zeitmanagement im Advent

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Man muss auch nein sagen können, meint Monika Weitz.

Rodgau - Der Advent ist für viele Menschen eine rastlose Zeit. Zum Berufsstress kommen die pflichtgemäßen Weihnachtseinkäufe und Vorbereitungen fürs große Fest. Das macht die eigentlich besinnliche Vorweihnachtszeit zuweilen besinnungslos.

Redaktionsleiter Bernhard Pelka sprach darüber mit der Unternehmensberaterin Monika Weitz. Die ausgebildete Kauffrau im Groß- und Außenhandel gründete 2002 ihre Unternehmensberatung „Unternehmensbaum“ und ist unter anderem Psychologischer Personal Coach.

Beruflich haben Sie als Beraterin dauernd mit Zeitdruck und Zeitmanagement zu tun. Was ist dabei Ihr Ziel?

Mir liegt am Herzen, Menschen und Strukturen so zu vernetzen, dass das Arbeiten einfach geht und Freude macht. Meine Kunden sollen die bestmöglichen Ergebnisse mit minimalem Zeitaufwand erreichen, um persönlichen Freiraum zu gewinnen.

Wie kommt’s, dass Sie trotz Beruf- und Weihnachtsstress Zeit haben für unser Gespräch?

Sie kamen mit Ihrer Anfrage zum optimalen Zeitpunkt. Gerade heute habe ich noch ein bisschen Zeit, nächste Woche wäre ich schon wieder ausgebucht gewesen. Das war einfach Glück.

Warum bringen wir uns gerade vor Weihnachten so sehr in Zeitnot? Spielt da vielleicht auch der große Erwartungsdruck an das Fest der Feste mit hinein?

Ja, absolut. Jeder will dann doch nur das Beste. Überall wird man schon jetzt darauf hingewiesen, bis Weihnachten bloß nichts zu vergessen. Ich denke immer an den Spruch von Franz Beckenbauer: „Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?“ Manche fangen ja schon im Sommer an, Geschenke zu besorgen. Der Druck ist enorm.

Wie halten Sie es denn mit dem Geschenkekauf?

Ich kaufe relativ spät ein, da bei mir das Geschäft immer bis kurz vor Weihnachten geht. Da muss ich die Einkäufe schon gut planen. Das tue ich auch und trage die in meinen geschäftlichen Kalender ein. Sie poppen dann zusammen mit den Geschäftsterminen auf und ich kann nichts vergessen. Sobald ich das nicht tue, wird’s schwierig.

Also sind Disziplin und strikte Planung das A und O.

Ja. Disziplin ist definitiv erforderlich. Nur mit guter Planung funktioniert’s.

Was machen die Leute falsch, die immer das Gefühl haben, in Hetze zu sein?

Die setzen keine Prioritäten und verzetteln sich. Ich muss schon genau planen und festlegen, wann ich Plätzchen backen will und wann ich einkaufen gehen möchte. Natürlich hat sich durch den Onlineeinkauf das Kaufverhalten verändert, aber auch der Einkaufsbummel am Laptop will koordiniert sein. Am 24. Dezember zu bestellen, heißt eben nicht, dass die Ware auch am 24. kommt.

Wie komme ich gut und entspannt durch den Advent – Weihnachtseinkäufe inklusive? Haben Sie Tipps für unsere Leser?

Gerne: Genau einplanen in den Terminkalender, was sofort zu tun ist oder was vielleicht noch ein bisschen warten kann. Erinnerungszettel, die überall herumhängen, gehen natürlich auch. Ganz wichtig ist es, Dinge zu delegieren und auch mal nein zu sagen, wenn jemand mit einer Bitte meine Zeit nochmal mehr beschneiden möchte.

Das hört sich alles sehr streng an...

Stimmt, aber nur so geht’s. Trotzdem benötigt das Zeitmanagement im Advent natürlich auch Freiraum für die Besinnlichkeit: Sich selbst die Zeit gönnen, vor dem Adventskranz zu sitzen, das Kerzenlicht genießen und das Jahr Revue passieren lassen, stimmungsvolle Weihnachtslieder hören und eintauchen in die Weihnachtszeit. Das ist auch die richtige Zeit für die Ziele-Entwicklung für das neue Jahr. Die Zeit der guten Vorsätze beginnt nicht erst an Silvester.

Quelle: op-online.de

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