Urteil nach Unfallflucht: „Lebbe geht weider“

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Der 20-jährige Rodgauer Zahntechniker-Azubi hatte einen anstrengenden Tag hinter sich. Als er abends zum Auto geht, um nach Hause zu fahren, passiert es: Beim Ausparken rammt er einen anderen Wagen.

Rodgau (th) ‐ Der 20-jährige Rodgauer Zahntechniker-Azubi hatte einen anstrengenden Tag hinter sich. Als er abends zum Auto geht, um nach Hause zu fahren, passiert es: Beim Ausparken rammt er einen anderen Wagen.

Er stellt seinen Golf ab, begutachtet den verursachten Schaden. Ein Passant beobachtet den Vorfall und spricht den jungen Mann an, er möge doch einen Zettel mit seiner Anschrift am angefahrenen Fahrzeug hinterlassen. Das tut er auch. Allerdings hinterlässt er nicht seine Adresse, sondern schreibt lediglich den berühmten Satz des einstigen Eintracht-Trainers Dragoslav Stepanovic „Lebbe geht weider“ auf die Notiz. Und fährt nach Hause. Zwei Stunden später klingelt die Polizei: Unfallflucht. Der Augenzeuge hatte sich das Kennzeichen gemerkt und die Beamten verständigt.

Wegen dieser Straftat musste sich der junge Mann jetzt vor dem Seligenstädter Amtsgericht verantworten. Er habe keinen Schaden erkennen könne, so der Azubi auf Frage von Strafrichter Richard Jilg. Er habe lediglich ein lautes Geräusch vernommen. Der verursachte Schaden am gerammten Auto beläuft sich allerdings auf knapp 1.000 Euro. „Ich habe mich kindisch und nicht korrekt verhalten“, räumte der Angeklagte jetzt vor Gericht ein. Zumal er bei der vorausgegangenen Vernehmung durch die Polizei zumindest ein eingedrücktes Kennzeichen beim gegnerischen Auto angab.

Einen Zettel zu hinterlassen reiche nicht: Warten oder die Polizei informieren nach dem Unfall sei gesetzlich angemessen, plädierte dann auch die Staatsanwaltschaft und forderte eine Verwarnung, drei Monate Fahrverbot und 400 Euro Geldbuße. Diesem Strafmaß folgte Richter Jilg. „Denken Sie mal an den Geschädigten. Kaputtes Auto und dann diesen Kommentar als Nachricht. Das muss bestraft werden.“ Der junge Mann akzeptierte das Urteil: Lebbe geht weider…

Quelle: op-online.de

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