Vandalismus im Wald

Jagd auf Hochsitze

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Die Jagdpächter Axel Brauer (rechts) und Heinz Löw sind verärgert: Mit roher Gewalt wurde dieser Hochsitz umgerissen.

Jügesheim - Im Wald an der Kreisquerverbindung nach Dietzenbach haben unbekannte Täter drei Hochsitze umgeworfen. Der größte, fünf Meter hoch, wurde offenbar mit einem Geländewagen aus der Verankerung gerissen.

Die Jagdpächter sind sich sicher: Ein Dummejungenstreich kann das nicht gewesen sein. Die Täter wussten offenbar genau, was sie wollten. Der große Hochsitz liegt zwar an einer Lichtung, ist aber von der nächsten Forststraße (Frankfurter Weg) aus nicht zu sehen. Zur Lichtung führt ein überwucherter Weg, der schon lange nicht mehr benutzt wird. „Diesen Weg haben wir extra zuwachsen lassen“, berichtet Jagdpächter Axel Brauer. An eine Zufallstat glaubt er nicht: „Das muss Absicht sein.“

Frische Reifenspuren zeigen, dass ein geländegängiges Fahrzeug diesen Weg benutzt hat. „Über die ganze Wiese sind sie herumgefahren, immer im Kreis“, zeigt Brauers Jagdpächterkollege Heinz Löw. Der hölzerne Hochsitz mit Kanzel wurde offenbar mit Hilfe des Geländewagens umgerissen. „Das muss am vergangenen Wochenende gewesen sein“, sagt Brauer. Er kündigt eine Strafanzeige an: „So eine Sachbeschädigung ist nicht zu akzeptieren. Wir brauchen diese jagdlichen Einrichtungen.“

Geringer Schaden, großer Ärger

Der Tatort befindet sich am westlichsten Zipfel der Jügesheimer Gemarkung. Drei Gehminuten entfernt wurden noch zwei kleinere Hochsitze aus Metallrohren umgekippt, die Leitern verbogen. Der finanzielle Schaden ist gering, der Ärger umso größer. „Wir haben genug Arbeit im Revier“, sagen die beiden Jagdpächter. Der Jagdbezirk Jügesheim umfasst 1 370 Hektar, davon sind 998 Hektar bejagbare Fläche. In diesem Gebiet befinden sich etwa 80 Hochsitze, 18 Wildäsungsflächen, 40 bis 50 Salzleckstellen und unzählige Pirschwege. Sie alle müssen kontrolliert und in Stand gehalten werden.

Eine der Wildäsungsflächen ist die Wiese, auf der sich die unbekannten Täter ausgetobt haben. Die Jagdpächter haben dort Gräser, Klee und Topinambur angepflanzt - Leckerbissen für das Rehwild. In abgedeckten Kästen legen die Jäger Maiskörner als „Kirrung“ (Lockfütterung) für Wildschweine aus. Ohne die Jagd, betonen sie, würden die Wildschäden in der Landwirtschaft überhand nehmen.

(eh)

Quelle: op-online.de

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