Flüchtlinge nicht in Ghetto stecken

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Bootsflüchtlinge im Mittelemeer.

Rodgau - In einem offenen Brief an Bürgermeister Jürgen Hoffmann fordert der Verein „Mein Nieder-Roden“ zum Umdenken bei der geplanten Unterbringung von Flüchtlingen auf.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte vor gut vier Wochen beschlossen, die 133 erwarteten Flüchtlinge in zentrale Unterkünfte einzuweisen. „Mein Nieder-Roden“ spricht sich hingegen für leer stehende private und städtische Wohnungen aus, sonst drohe eine „Ghettoisierung“. Die Stadt Rodgau plane zu Gunsten eines Neubaus sogar einen viel genutzten Sportplatz zu opfern, heißt es in dem Brief an Hoffmann. Ein Leben in Sammelunterkünften erschwere aber die Integration und sei „der schlechteste Start in ein neues sicheres Leben“.

Der Verein hofft, dass die Stadtverordneten ihr Konzept überdenken und bereit sind, „neue Wege zu gehen“. Drei mögliche Flächen waren für Neubauten von Asylbewerberheimen ausgeguckt worden:

  • Sportplatz am Bürgerhaus Nieder-Roden
  • Festplatz am Feuerwehrhaus Süd
  • Fläche zwischen Mainzer Straße und Kleingärtnerverein Dudenhofen.

Alle drei Standorte erfüllen die Voraussetzungen, die der Kreis Offenbach vorgegeben hatte. Der Kreis will Gemeinschaftsunterkünfte für je 60 bis 80 Menschen bauen. Der Kreis ist für Bau und Betrieb der Flüchtlingsunterkünfte als auch für die Baugenehmigung zuständig.

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Nach Einschätzung des Magistrats dürften noch Monate bis zum Baubeginn vergehen. Der Magistrat wird dem Kreis selbstverständlich auch frei werdende Wohnungen melden. Zuletzt waren nach Auskünften des Ersten Stadtrats Michael Schüßler aber alle 178 städtischen Wohnungen (darunter 110 Sozialwohnungen) vermietet.

Der Verein „Mein Nieder-Roden“ lädt alle Bürger zu einer offenen Diskussionsrunde am Mittwoch, 29. Januar, um 19 Uhr ins Sozialzentrum Nieder-Roden zum Thema „Flüchtlinge ja – Container nein“ ein. Als Experten referieren bei der Veranstaltung Barbara Cardenas Alfonso (Enquetekommission Migration und Integration in Hessen) und Dr. Tabandeh Moghadam (langjährige Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit).

(bp)

Quelle: op-online.de

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