Vereine ins alte Rathaus

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Ab 2016 bleiben die vollen Verbrauchskosten an den Vereinen hängen: etwa 6000 Euro nach heutigen Preisen.

Hainhausen (eh) ‐ Das alte Rathaus Hainhausen wird zum Haus der Vereine. Das hat der Magistrat am Montag beschlossen. Noch am gleichen Tag unterschrieb die Interessengemeinschaft der Ortsvereine (IGEMO) den Nutzungsvertrag. Er tritt am 1. Januar in Kraft.

Die IGEMO erhält das Gebäude zur selbst verwalteten Nutzung. Die Rechte und Pflichten orientieren sich an einem üblichen Mietvertrag. Die Stadt kümmert sich demnach um den Erhalt der Bausubstanz und um größere Reparaturen. Alles andere ist Sache der Vereine: die Gebäudereinigung, das Schneeschippen und Straßekehren, Belegungsplan, Schließdienst und der sparsame Umgang mit Energie.

Die IGEMO Hainhausen muss künftig auch die Nebenkosten für Strom, Wasser und Heizung tragen. Entgegen früherer Befürchtungen gilt das aber nicht ab dem ersten Tag. In einem Fünfjahresplan tasten sich die Vereine an die volle Kostenübernahme heran. Das erste Jahr ist kostenfrei, im zweiten Jahr bezahlt die IGEMO 20 Prozent der Kosten.

Danach steigt dieser Anteil von Jahr zu Jahr um weitere 20 Prozentpunkte. Ab 2016 bleiben die vollen Verbrauchskosten an den Vereinen hängen: etwa 6000 Euro nach heutigen Preisen. Wie die Interessengemeinschaft der Ortsvereine diesen Betrag auf die einzelnen Nutzer umlegt, ist ihre Sache.

Ehrenamt und Verantwortung gehören zusammen

Drei der 16 IGEMO-Vereine nutzen derzeit das alte Rathaus: Gesangverein Eintracht, VdK sowie Geschichts- und Kulturverein. Außerdem bietet die Freie Musikschule Rodgau dort Unterricht an. Auch der Feuerwehrverein und der Obst- und Gartenbauverein haben bereits Interesse angemeldet, wie IGEMO-Vizevorsitzender Klaus Semiller berichtet. Besonders gefragt sei der ehemalige Sitzungssaal: „Einen solchen Raum mitten im Ort zu haben, ist für Hainhausen sehr wichtig.“ Das Haus der Vereine erhalte Leben in der Ortsmitte.

Die Vereinbarung in Hainhausen sei „aus Sicht des Magistrats eine tragfähige Lösung“, sagte Stadtrat Michael Schüßler (FDP) gestern vor der Presse. Dieses Pilotprojekt sei auch auf andere Stadtteile übertragbar: „Da darf nicht ein Stadtteil besser behandelt werden als der andere.“

Ehrenamt und Verantwortung gehörten zusammen, betonte Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD). Er lobte die guten Erfahrungen mit der IGEMO Hainhausen beim Betrieb der Waldfreizeitanlage. Bei geringem Einsatz von Steuergeldern werde eine hohe Effizienz erreicht. Die Stadt nehme sich im alten Rathaus keine Sonderrechte heraus, sondern sei künftig ein Nutzer wie jeder andere. Für Sitzungen des Ortsbeirats oder die Sprechstunden des Schiedsmanns werde die Stadt selbstverständlich auch die anteiligen Nebenkosten bezahlen.

Quelle: op-online.de

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