Vereine sehen Lücken in Bilanz

Jügesheim - Sind die beschlossenen Zuschüsse an die Vereine sicher? Die beiden Jügesheimer Sportvereine melden Zweifel an. TGS und TGM SV fordern, dass die Stadt ihre Zuschuss-Zusagen für das Sportzentrum „Weichsee“ als Verbindlichkeiten im Haushalt verbuchen soll. Von Ekkehard Wolf

Vor dem Bau des Sportzentrums hatte die Stadt beiden Vereinen versprochen, 20 Jahre lang jeweils 2,5 Prozent der Investitionskosten zu überweisen. Die Beträge summieren sich auf rund 800 000 Euro (TGS) und 900 000 Euro (TGM SV). Diese Forderungen wollen die Vereine an die Sparkasse abzutreten, um bei dem niedrigen Zinsniveau gleich zu Geld zu kommen.

Doch die Sparkasse machte nicht mit, wie TGS-Schatzmeister Lothar Mark in der Hauptversammlung seines Vereins berichtete. Die Zusagen des Magistrats gelten den Bankern erst dann als Sicherheit, wenn sie auch in der städtischen Bilanz stehen.

Wir haben Forderungen, die uns bestätigt sind, aber die Stadt hat keine Schulden“, sagt Lothar Mark kopfschüttelnd: „Das heißt, einer der Beteiligten bilanziert falsch.“ Mark vermutet, bei der Eröffnungsbilanz habe der Magistrat rechtliche Freiräume ausgeschöpft, „um die Gesamtverschuldung nicht in eine höhere Größenordnung zu treiben“. Eine Stellungnahme von Stadtkämmerin Hildegard Ripper war gestern nicht zu erhalten.

Die Sportvereine haben nun die Kommunalaufsicht angerufen, um eine Abtretung der Geldforderungen zu erreichen. „Für die Stadt bleibt es gleich, ob sie ihre Schulden gegenüber dem Verein oder gegenüber der Sparkasse zurückzahlt“, meint Lothar Mark. Das Argument des Bürgermeisters, die Vereinsförderung sei eine freiwillige Leistung der Stadt, lässt er nicht gelten: „Nachdem die Beschlüsse gefasst sind und nachdem wir gebaut haben, dürfen es keine freiwilligen Leistungen mehr sein.“

In Zukunft will Rodgaus größter Verein (1950 Mitglieder) die Abhängigkeit von Zuschüssen verringern. „Wir müssen die TGS von der öffentlichen Hand unabhängig machen“, sagt Vorsitzender Prof. Jürgen Follmann. Auf diesem Weg weiß er sich einig mit Schatzmeister Lothar Mark: „Es ist mein Ziel, den öffentlichen Anteil an unserem Haushalt auf unter zehn Prozent zu bringen.“ Derzeit hängt der Verein noch mit rund 20 Prozent seiner Einnahmen am Tropf der Stadt, des Kreises und des Landes.

Quelle: op-online.de

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