TG und Sportvereinigung

In Weiskirchen: Vereine sehen wieder Land

Die TG sieht Licht am Ende des Schießtunnels: Das seit 1991 geplante Großprojekt ist so gut wie fertig. Geschossen wird auf 10, 25 und 50 Meter in allen Kalibern. 

Weiskirchen - Zwei Weiskircher Vereine haben nach schwierigen Jahren endlich wieder eine Perspektive: TG und Sportvereinigung. Die einen bauen ihren Schießstand fertig, die anderen vermarkten Teile ihres Geländes. Von Bernhard Pelka

„Es macht wieder Spaß, für diesen Verein zu arbeiten. Alle ziehen an einem Strang. “ Das Kompliment kommt aus berufenem Mund. Albert Ricker ist seit einer gefühlten Ewigkeit Vorsitzender der TG Weiskirchen und kennt den 1886 gegründeten Traditionsverein wie seine Westentasche. Ricker hat schon schlechtere Jahre erlebt. Derzeit aber geht es mit der TG nur in eine Richtung: aufwärts.

Die gut 30 Jahre alte Heizung konnte dank eines prima Geschäfts mit der Bürgerenergiegenossenschaft Rodgau/Rödermark kostenneutral durch eine neue ersetzt werden. Das soll die Energiekosten um bis zu 45 Prozent senken. Das marode Flachdach der diversen Hallenanbauten wurde abgedichtet und wärmegedämmt. Der seit 1991 geplante neue Schießstand wird bald fertig. Der Wärmedämmung auch der Sporthalle steht nichts im Weg. Dort sind die Glasbausteine der Schwachpunkt.

Die Fußballsparte wächst wieder. Die neue Damen-Elf ist jetzt soweit, vom Kleinfeld aufs Großfeld zu wechseln. Auch eine Soma wurde 2013 gebildet. Der Zulauf Jugendlicher ermuntert dazu, im Frühjahr eine Jungen- und eine Mädchenmannschaft zu stellen. Wer mitspielen möchte, ruft an unter 4933 (Albert Ricker) oder 0160/94992376 (Peter Merkel).

Neuer Wirt für 300 Mitglieder

Die Fachleute von Zilch & Fritsch leisteten auf dem TG-Dach gute Arbeit. Der 35 Jahre alte Belag auf der Betondecke kam herunter, eine 18-Zentimeter-Dämmung, eine Dampfsperre und mehrere Schichten Schweißbahnen oben drauf. Kosten für 500 Quadratmeter: etwa 55 000 Euro.

Auch einen neuen Wirt hat der Verein für seine 300 Mitglieder gefunden: Irvan Foric (51), seit 32 Jahren im Geschäft und zuletzt Chef in der Gaststätte im Bürgerhaus Dietzenbach. Das Schießstand-Projekt entwickelte sich für die TG zu einer schweren Prüfung. 1991 erstmals beantragt, sollte die Anlage einst 230 000 Mark kosten. Durch immer neue Auflagen (Belüftung, Statik), vier Gerichtsverfahren und unklare Zuschussfragen, schleppte sich der Bau dahin und wurde immer teurer. Jetzt sind 330 000 Euro aufgelaufen. „Und es fehlen uns noch 45.000 Euro bis zur Fertigstellung“, sagt Ricker.

Derzeit wird eine rückprallsichere Schicht auf die ersten zehn Meter Fußboden gegossen. In drei Monaten soll alles fertig sein. Dann wird der vollelektronische Schießstand der modernste in Hessen sein und nicht nur selbst genutzt, sondern zusätzlich an fünf weitere Vereine vermietet. Voran geht es auch beim Nachbarverein Sportvereinigung (1000 Mitglieder). Dort machen Magistrat und Vorstand Dampf beim Neubauprojekt. Der Magistrat hat jetzt für den Bebauungsplan W24 den Offenlegungsbeschluss gefasst. Auch der städtebauliche Vertrag liegt vor. Am Erschließungvertrag wird indes noch gefeilt. Das berichtet Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Gebäude für betreutes Wohnen

So stellt sich die Sportvereinigung Weiskirchen die künftige Aufteilung ihres Geländes vor. Neu geordnet wird auch die Parkplatzsituation am Sportzentrum. Die Stellplätze müssen sich in Zukunft „Netto“, der Verein und das Bürgerhaus teilen. Bürgermeister Hoffmann lobt das faire Miteinander während der Verhandlungen. „Wir haben hier ein Paket geschnürt, bei dem jeder zufrieden sein kann.“

Die Römerhaus Bauträger GmbH aus Schifferstadt möchte auf dem Gelände der Sportvereinigung in einem dreigliederigen Komplex ein Altenpflegeheim mit 115 Betten bauen. Außerdem sind ein kleineres Gebäude für betreutes Wohnen und sechs Reihenhäuser geplant. Überdies will der in Weiskirchen an der Kirche bereits etablierte Discounter „Netto“ sich auf dem Gelände der Leichtatlethen vergrößern. Für den „Netto“-Neubau fallen 3250 Quadratmeter früheres Vereinsgelände, das die Sportvereinigung seit 1974 in Erbpacht besaß, an die Stadt zurück.

125 Jahre TG Rodgau-Weiskirchen

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Quelle: op-online.de

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