Vereine suchen neue Heimat

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Noch mindestens 15 Monate lang braucht die Freiwillige Feuerwehr Dudenhofen ihr Gerätehaus an der Friedberger Straße. Ortsbeirat und Vereine denken bereits an die Zeit danach.

Dudenhofen ‐ Das Feuerwehrhaus Dudenhofen soll im nächsten Jahr zu einem „Haus der Vereine“ werden. Einstimmig beschloss der Ortsbeirat am Mittwoch einen entsprechenden Antrag an den Magistrat. Das Gerätehaus wird im Frühjahr 2011 frei, wenn die Freiwillige Feuerwehr in den Neubau am Festplatz umzieht. Von Ekkehard Wolf

Drei Vereine hatten sich im Januar an Ortsvorsteher Karl-Heinz Kühnle gewandt und um Räume im Gerätehaus gebeten. Das Rote Kreuz sieht die Chance, seine desolate Raumsituation zu beheben. Der Musikverein wünscht sich feste Räume für Orchesterproben und Instrumentalunterricht. Die Landfrauen möchten den Lehrsaal weiterhin für Vorträge nutzen.

Die CDU im Ortsbeirat griff diese Anliegen prompt auf und überraschte die anderen Fraktionen am Mittwoch mit einem fertigen Antrag. Demnach soll der Magistrat gemeinsam mit der Interessengemeinschaft der Ortsvereine (IGEMO) ein Konzept für die künftige Nutzung, Belegung und Organisation erstellen.

Martina Schwabe (CDU) sprach von einer „einmaligen Chance“. Auch die SPD sieht „ein berechtigtes Interesse der Vereine“, wie Christl Schäfer formulierte. Einig waren sich beide Rednerinnen, jetzt noch keine Zusagen an bestimmte Vereine zu erteilen. Schäfer: „Es geht nicht nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“

Musikverein liebäugelt ebenfalls mit Räumen

Angesichts der Finanzlage der Stadt könne es „nicht an jeder Ecke dieses Stadtteils Räume für Vereine geben“, sagte Clemens Jäger (CDU), der als Stadtverordneter im Ortsbeirat mitreden darf. Er forderte, das alte Doktorhaus in der Ni euw poor ter Straße 130 als Vereinsdomizil aufzugeben. Sein Parteifreund Karl-Heinz Kühnle unterstrich die Dringlichkeit: „Man muss sich wundern, dass Zwischendecken und Wände noch nicht eingestürzt sind.“

Hans-Jürgen Scholle vom Roten Kreuz (DRK) sprach von einer „akuten Raumnot“ im Doktorhaus. Der Unterrichtsraum diene gleichzeitig als Materiallager und sei viel zu klein für 25 Aktive. In den ungeheizten Garagen könne kein medizinisches Material gelagert werden, so dass die Fahrzeuge im Ernstfall erst bestückt werden müssten: „Das kann einen Einsatz um 20 Minuten hinauszögern.“

Das Innenministerium habe einen zusätzlichen Krankentransportwagen für den Katastrophenschutz von einer angemessenen Garage abhängig gemacht, hatte DRK-Ortsvorsitzender Bernd Höhn in seinem Antrag erwähnt: „Zurzeit wissen wir nicht, wo wir dieses Fahrzeug noch unterbringen sollen.“

Der Musikverein liebäugelt ebenfalls mit Räumen im Feuerwehrhaus, denn das Bürgerhaus als Probenraum für das 60-köpfige Blasorchester ist nicht immer frei. Der Einzel- und Gruppenunterricht für 40 Jugendliche in der Freiherr-vom-Stein-Schule erfordere ständige Absprachen, so Vorsitzender Harald Deichmann: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Verantwortlichen in unserem Verein die Nerven verlieren.“ Der Musikverein wolle das leer stehende zweite Obergeschoss des Feuerwehrhauses in eigener Regie ausbauen.

Manche Vereine benötigen fast täglich Räume

Für den Landfrauenverein äußerte Siglinde Müller den Wunsch, dass alles so bleibt, wie es ist. Seit 35 Jahren seien die Landfrauen mit ihren Vorträgen zur Erwachsenenbildung bei der Feuerwehr zu Gast: „Zwischen 50 und 60 Frauen treffen sich hier im Winterhalbjahr jeden Dienstag.“ Wilhelmine Frank berichtete von schlechten Erfahrungen im Bürgerhauskolleg: „Im Saal wurde Letkiss getanzt und unser Referent hat den Faden verloren.“

Nun soll der Magistrat nach dem Wunsch des Ortsbeirats ein Konzept entwickeln, wie das Feuerwehrhaus optimal als „Haus der Vereine“ genutzt werden kann. Manche Vereine benötigen fast täglich Räume, andere nur einmal pro Woche oder seltener. Das erfordert eine ausgeklügelte Terminplanung.

Den „verständlichen Wunsch der Vereine, das Feuerwehrhaus in Dudenhofen zu nutzen“, kommentierte FDP-Fraktionsvorsitzender Heino Reckließ gestern in einer Pressemitteilung. Die Vierer-Kooperation werde die Wünsche der Vereine in ihre Überlegungen einbeziehen: „Eine Überlassung der Liegenschaften zum Nulltarif wird es aber in Zukunft nicht mehr geben.“

Quelle: op-online.de

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