Vereinssport als Schlüssel zum Beruf

Die Job-Lotsen Inge Ries und Erwin Kneißl (links) betreuen Jugendliche. Rechts: TGS-Schatzmeister Lothar Mark. Foto: Pelka

Rodgau - (bp) Sport und Ehrenamt im Verein schulen Qualifikationen wie Teamfähigkeit, Pünktlichkeit, Ehrgeiz und Disziplin, die auch im Beruf unverzichtbar sind. Auf diese Erkenntnis gründet sich das Projekt „JOBfit. Mit Vereinssport zum Job“, das nun auch in Rodgauer Vereinen angeboten wird.

Job-Lotsen in den Vereinen halten engen Kontakt zu Jugendlichen, die sich positiv hervortun und vermitteln ihnen bei Bedarf eine Lehrstelle. Die örtliche Arbeitsagentur befördert dieses Vorhaben nicht nur finanziell, sondern auch mit Berufsberatung, Ausbildungshilfen und Stützunterricht.

Gestern hat die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger das Projekt in der Geschäftsstelle der TGS Jügesheim vorgestellt. In Langen ist es bereits seit August 2006 erfolgreich. „Derzeit werden dort 42 junge Menschen betreut, davon konnte 13 Jugendlichen ein Ausbildungsplatz und sieben ein Praktikum vermittelt werden. Auch in Rodgau haben in der Anlaufphase bereits vier Jugendliche einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen“, freute sich Jäger.

Als Partner für die Rodgauer Variante dieses Projekts wurden zwei Vereine gefunden: TGM SV Jügesheim und TGS Jügesheim. Beide Gemeinschaften seien ein Beispiel für Innovationsfreude und erfolgreiche Zusammenarbeit, begründete die Kreisbeigeordnete diese Wahl. Das bedeute freilich nicht, dass diese Vereine das ehrgeizige Vorhaben alleine schultern sollen. Im Gegenteil. Alle Rodgauer Sportvereine seien aufgerufen, mitzumachen. Bei einem Treffen im Rathaus am Mittwoch nächster Woche werden sie sich erneut mit der Materie befassen.

Ziel des Projektes ist es, Jugendlichen, die in Vereinen wertvolle und engagierte Arbeit leisten, den Weg zu einem Ausbildungsplatz zu ebnen. Zielgruppe sind Migrantenkinder und junge Aussiedler. Prinzipiell steht das Projekt aber allen Jugendlichen offen. Die zentrale Vermittlerrolle kommt den Übungsleitern in den Vereinen und natürlich den Job-Lotsen zu. In Rodgau haben bisher Inge Ries und Erwin Kneißl von TGM SV Jügesheim und Thorsten Schwinn von der TGS Jügesheim diese wichtige Aufgabe als Job-Lotsen übernommen. Sie sind Ansprechpartner für alle Beteiligten, halten Kontakt zu den Jugendlichen, zu Übungsleitern, zur Arbeitsagentur und auch Sponsoren, Firmen und Kooperationspartnern, die als Arbeitgeber für die Anwärter in Frage kommen. Wer sich in dem Projekt bewährt, erhält von den Job-Lotsen ein Empfehlungsschreiben. Überdies sind die Lotsen auch dann noch Paten der Jugendlichen (und damit Ansprechpartner für Arbeitgeber), wenn die Lehre längst begonnen hat. Das Projekt (nach einem Vorbild aus Dänemark) ist in Rodgau zunächst auf zwei Jahre angelegt. Die Kosten betragen 97 500 Euro. 43 000 Euro davon zahlt die Arbeitsagentur, fast den ganzen Rest der Europäische Sozialfonds. 5 000 Euro steuert der Kreis Offenbach bei.

Bei Vorstellung des Projekts lobten diverse Beteiligte die Initiative. Die Job-Lotsen Erwin Kneißl und Inge Ries (Thorsten Schwinn war wegen eines Wettkampfs verhindert) schilderten ihre Motivation. Kneißl appellierte: „Wir müssen alle Sportvereine, egal aus welchem Stadtteil, zusammenbekommen.“ Die Suche nach weiteren Job-Lotsen habe bereits begonnen.

Kontakt: 14473 (Erwin Kneißl), 5626 (Inge Ries) und 0179 2297396 (Thorsten Schwinn).

Quelle: op-online.de

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