GBS verlängert die Gymnasialzeit

Jügesheim (eh) ‐ Die Georg-Büchner-Schule (GBS) kehrt zum G 9-Gymnasium zurück. „Die Schulkonferenz hat mehrheitlich beschlossen, ab dem Schuljahr 2011/12 den Gymnasialzweig wieder sechsjährig zu organisieren", berichtet Schulleiter Winfried Döring. Er gehe davon aus, dass das Staatliche Schulamt diesem Antrag zustimme.

Die Rückkehr zu G 9 gilt nur für künftige Schüler. Die neuen Fünftklässler, die im Sommer aufgenommen werden, sind als erste von der Neuregelung betroffen. Für die bestehenden G 8-Klassen ändert sich nichts: Sie werden weiterhin nach dem gestrafften G 8-Lehrplan unterrichtet und sind ein Jahr früher mit der Schule fertig.

Die Schulkonferenz stellt laut Döring die Entwicklung der Kinder in den Mittelpunkt ihrer Entscheidung: „Sie möchte den Schülern ein Jahr länger Zeit zum Lernen in der schwierigen Phase der Pubertät geben.“ Zudem hätten Gespräche mit Elternbeiräten der 4. Klassen in Jügesheim ergeben, dass ein G 9-Gymnasialzweig als Alternative zu G 8 in Rodgau dringend gewünscht werde.

Vor der Schulkonferenz als oberstem Gremium der Schule hatten sich bereits die Gesamtkonferenz der Lehrer und die Schülervertretung für eine längere Gymnasialzeit ausgesprochen. Die Mehrheit des Schulelternbeirats hingegen wollte bei G 8 bleiben.

Die Georg-Büchner-Schule war eine Vorreiterin der verkürzten Gymnasialzeit. Als erste Schule im Kreis Offenbach hatte sie schon 2002 eine „Turbo-Klasse“ für ausgewählte, leistungsstarke Schüler eingerichtet. Erst vor zwei Jahren hatte die Schulkonferenz den verkürzten Bildungsgang G 8 ausdrücklich bestätigt. Auch damals waren die Meinungen innerhalb der Schule geteilt. Dass der Beschluss der Schulkonferenz diesmal anders ausfiel, führt Winfried Döring auch auf die veränderte personelle Besetzung zurück. „Das Gesetz lässt es zu, also ist diese Entscheidung anzuerkennen“, betont der Schulleiter. Gestern traf er sich trotz Ferien mit acht Lehrkräften zu einem ersten Gespräch über die pädagogische Konzeption.

Kritik an häufigen Veränderungen im Schulwesen äußert Dr. Fredi Ruths, der Leiter der Claus-von-Stauffenberg-Schule: „Wir wollen einfach mal eine konstante Zeit des Lernens haben. Es müsste über längere Zeit gleiche Rahmenbedingungen geben, damit endlich mal Ruhe reinkommt.“ Nach dem aktuellen Schülerberg in der Oberstufe befürchtet er 2016/17 einen Einbruch der Schülerzahl, wenn die GBS ein Jahr lang keine Absolventen in die 11. Klasse schickt.

Wege zum Abitur:

Mehrere Wege führen in Rodgau zur gymnasialen Oberstufe und zum Abitur:

Quelle: op-online.de

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