Notizbuch der Woche

Verschenkte Chancen

Offenbach-Post

Rodgau - Schade, dass das Drachenfest um eine Attraktion ärmer ist! Der Feuerwerkswettbewerb ist abgesagt, vorerst nur für dieses Jahr. Eine ungute Melange aus Prinzipientreue und Sparsamkeit bringt Tausende um ihren Spaß. Und, schlimmer: Sie bringt die Stadt Rodgau um eine Chance, überregional gut dazustehen.

In einer Zeit, in der nach dem Prinzip neoliberaler Kälte („Kosten trägt der Verursacher“) jeder Handgriff eines Beamten Geld kostet, fällt es leicht, einem Veranstalter die volle Verantwortung für Falschparker aufzudrücken. Nur sollte man dabei aufpassen, dass man ihm nicht die Luft abdrückt. Genau das ist aber im Fall des Feuerwerks passiert. Da stellen ein paar Personen ein Riesen-Event auf die Beine und dann belegt man sie mit Auflagen wie einen kommerziellen Veranstalter. Das kann nicht sein.

Natürlich ist es letztlich ein Privatvergnügen, wenn Pyrotechnik-Fans ihre Feuerwerke abbrennen. Doch damit schenken sie auch zahllosen Menschen unvergessliche Momente (den Gedanken an Luftverschmutzung lassen wir hier mal außen vor). Es ist nicht zu viel verlangt, wenn eine Stadt ein Großereignis wie den Feuerwerkswettbewerb mit einigen Ordnungshütern unterstützt. Rodgau festigt einmal mehr seinen Ruf als Stadt der verschenkten Chancen.

Berechtigte Sorgen machen sich einige Anwohner des neuen Mobilfunksenders auf dem Festplatz des TSV Dudenhofen. Was kommt da auf sie zu? Elektromagnetische Felder kann man weder sehen noch riechen. Umso wichtiger ist es, die Bürger aufzuklären. Fünf Jahre lang hätten Netzbetreiber, Stadt und Verein die Nachbarn vorwarnen können. Sie zogen es vor, zu schweigen, vielleicht mit dem Hintergedanken: „Es wird schon keiner merken.“ So was mag vielleicht bei einer Urlaubsfahrt mit dem Dienstwagen klappen, aber sicher nicht bei einem hohen Sendemast. Natürlich merken es die Bürger! Und dann wird es für alle Seiten unangenehmer, als wenn man vorher Klartext geredet hätte.

Den Vorstandsmitgliedern des TSV kann man zugute halten, dass sie ihre Arbeit ehrenamtlich tun. Aber die Profis bei E-Plus und im Rathaus müssten es besser wissen. Für E-Plus ist es nicht der erste Sendemast. Und die städtische Öffentlichkeitsarbeit ist in den letzten Jahren oft genug auf die Nase gefallen - immer dann, wenn sie mit Informationen „gemauert“ hat.

Ein kleiner Hund hat am Donnerstag in Hainhausen große Aufregung ausgelöst. Als sein Besitzer von einem längeren Arztbesuch heimkam, standen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor dem Haus. Die Tür war geöffnet. Nachbarinnen hatten den Notruf 112 angerufen, weil sie ein schauerliches Heulen gehört hatten. Des Rätsels Lösung: Das anhängliche Tier hatte einfach Sehnsucht nach seinem „Herrchen“ gehabt. Der Witwer könnte sich jetzt über die geknackte Haustür beklagen - aber viel wichtiger ist ihm der Dank an seine aufmerksamen Nachbarn. Er ist sich sicher, dass sie auch dann Hilfe holen, wenn es ihm mal wirklich schlecht geht.

Quelle: op-online.de

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