Umstellung am Neujahrsmorgen reibungslos

Maingau dreht den Gashahn auf

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Neujahr in Nieder-Roden: Gemeinsam drehen Monteure der Maingau Energie und der HSE Technik den letzten Schieber auf.

Rodgau - 37 Jahre nach dem Zusammenschluss der Rodgau-Gemeinden ist nun auch das Erdgasnetz im Stadtgebiet in einer Hand. Seit Neujahr strömt Erdgas der Maingau Energie GmbH (Obertshausen) auch durch die Leitungen in Dudenhofen, Nieder-Roden und Rollwald.

Alle 16 Meter eine Schweißnaht: In wochenlanger Arbeit verlegte ein Bautrupp im Frühjahr 2013 eine sechs Kilometer lange Gas-Hochdruckleitung von Jügesheim nach Nieder-Roden.

Am frühen Morgen drehten Monteure die Schieber auf. Sechs Fachkräfte der Maingau Energie und acht von der HSE Technik (Darmstadt) waren mit Rohrzange, Manometer und Schieberschlüssel am Werk. Zunächst öffneten sie die Zuleitungen im Norden. In der Leitwarte in Obertshausen regelte Ralf Stockmann den Druck geringfügig nach oben, „damit das Gas in die richtige Richtung fließt“. Das HSE-Gas wurde sozusagen sanft aus den Leitungen gedrückt. Am Ende der Prozedur drehten die HSE-Techniker die Schieber in Nieder-Roden zu. Die Kunden bemerkten von alledem nichts. Das Erdgasnetz der Maingau Energie hat sich damit quasi über Nacht um ein Fünftel vergrößert. 66 Kilometer Nieder- und Mitteldruckleitungen liegen im Boden dieser Stadtteile. Dazu gehören neun Regelstationen. Die Leitungen enden in 3200 Hausanschlüssen. Zu den größten Abnehmern zählen die Rodgauer Baustoffwerke, das Opel-Testzentrum und das Pepsi-Abfüllwerk.

Als Netzbetreiber ist die Maingau Energie für alle technischen Fragen zum Gasnetz zuständig - unabhängig davon, von welchem Versorger ein Kunde sein Erdgas bezieht. Bisher gehörten Dudenhofen und Nieder-Roden zur HSE Netz AG (Darmstadt), die fast 50 Städte und Gemeinden zwischen Main und Neckar versorgt. Einen Eigentümerwechsel wie in Rodgau hatte Thomas Heil von der HSE-Tochter VNB Rhein-Main-Neckar GmbH & Co. KG in seiner Berufslaufbahn bisher noch nicht erlebt: „Eine Netzübernahme muss nicht immer mit einer physikalischen Entflechtung einhergehen“, sagt er. Wegen der langen Laufzeiten der Konzessionsverträge (oft 20 Jahre) seien Veränderungen ohnehin selten.

Der Neujahrs-Einsatz der Monteure setzte den Schlusspunkt unter einen Vorgang, der sich über fast zwei Jahre erstreckte. Bereits im Februar 2012 hatte das Stadtparlament den Weg zu einem einheitlichen Gasversorgungsnetz in Rodgau frei gemacht. Die Maingau Energie erhielt den Zuschlag: Der kleine, ehemals kommunale Versorger bot der Stadt etwas bessere Bedingungen. Ein Jahr später, kurz vor Ostern, waren die Verträge zwischen den beiden Netzbetreibern unter Dach und Fach. Maingau-Geschäftsführer Joachim Prietzel lobt das gute Einvernehmen mit den Kollegen aus Darmstadt. Es sei ungewöhnlich, dass ein Versorgungsnetz so friedlich den Eigentümer wechselt: „Andere prozessieren da jahrelang.“ Die Zusammenarbeit sei „sehr kollegial, technisch und fachlich auf hohem Niveau“ verlaufen.

Die Gasleitungen in Dudenhofen und Nieder-Roden stammen ungefähr aus dem Zeitraum zwischen 1980 und 2005. Die Rohre haben eine Lebensdauer zwischen 50 und 70 Jahren. Moderne Materialien sind noch langlebiger, wie Ralf Stockmann erklärt. Heute rechne man mit mindestens 100 Jahren. Einen Erdgas-Boom verzeichnen die Netzbetreiber seit etwa zwei Jahren. „Bei uns gibt es 200 neue Hausanschlüsse im Jahr“, berichtet Joachim Prietzel. Gegenüber dem galoppierenden Ölpreis sei Erdgas preiswert. Außerdem müssten Hauseigentümer keine Umweltauflagen wie bei Öltanks beachten.

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Abgesehen von einem anderen Ablesedienst und einer neuen Notrufnummer bei Gaslecks ändert sich für die Verbraucher nichts. Auch die Heizleistung bleibt gleich. Die Maingau Energie bezieht ihr Erdgas von den gleichen Lieferanten wie die HSE.

eh

Quelle: op-online.de

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