Viel Wind um die Energie

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Mit Energiefragen beschäftigen sich Carolin Mayer, Tim Diener und Tim Brunner (von links) im Unterricht. Energiesparen in der Schule gehört ebenso dazu wie die umweltfreundliche Stromerzeugung.

Nieder-Roden (eh) ‐ „Klimaschutz in der Schule“ hat sich die Heinrich-Böll-Schule auf die Fahnen geschrieben. Dafür wurde sie am Wochenende in Darmstadt mit dem „Natur-Pur-Award“ des Energieversorgers HSE ausgezeichnet. Der Preis ist mit 4000 Euro dotiert.

Wenn im Klassenzimmer die Köpfe rauchen, ist ein durchdringender Piepton zu hören: Zeit zum Lüften! Ein unscheinbares weißes Kästchen misst das Kohlendioxid (CO2) in der Raumluft. Eine Mini-Ampel zeigt die Werte an. „Grün“ heißt: alles klar. „Rot“ bedeutet: dicke Luft. Dann warnt der Piepton, bevor die Konzentration absackt. „Wir lernen jetzt alle, richtig zu lüften“, sagt Petra Carbon, die seit fünf Jahren die naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaften der Schule leitet. Die Fenster für ein paar Minuten aufzureißen bringt nicht nur schneller frische Luft. Diese Form des Lüftens ist auch für den Energieverbrauch günstig.

Die Heinrich-Böll-Schule (HBS) macht ernst mit dem Energiesparen. Erst vor drei Wochen hat sie als erste Schule im Kreis Offenbach die Charta „100 Schulen für den Klimaschutz“ unterzeichnet. Darin verpflichtet sie sich, innerhalb eines Jahres ihren CO2-Ausstoß um zehn Prozent zu senken.

Klimaschutz soll in die Köpfe der Kinder

„Das Schöne an dem Energieprojekt ist, dass am Ende nicht ein Produkt steht, sondern dass es nachhaltig wirkt“, sagt Schulleiterin Andrea Haus. Die HBS wolle ein Bewusstsein für Energiesparen und Klimaschutz in den Köpfen der Schüler verankern.

In mehreren Unterrichtsfächern beschäftigen sich die Schüler mit dem Thema. In Deutsch schreiben sie Inhaltsangaben zu Texten über Klimaschutz, in der Nawi-AG bauen sie Windrad-Modelle und in Physik besuchen sie das Kohlekraftwerk Staudinger. Der umstrittene Ausbau des Kraftwerks liefert möglicherweise Diskussionsstoff für Gesellschaftslehre. Währenddessen erzeugt die Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom, sobald die Sonne scheint. Beim Mittagessen in der Schulcafeteria ist der Energiezähler im Blickfeld.

Sicher noch mehr Einsparpotenzial im Rathaus

Demnächst sollen Schüler mit Messgeräten durchs Haus gehen, um nach Energiefressern zu fahnden. Der Hochtief-Konzern unterstützt diese Arbeit, schließlich hat er als Betreiber der Schulgebäude ein großes Interesse daran, die Energiekosten zu minimieren.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) will die jungen „Energiedetektive“ auch für das Rathaus gewinnen. Dort gebe es sicher mehr Einsparpotenzial als im sanierten Schulgebäude. Stadtrat Michael Schüßler (FDP) als Hochbaudezernent sei an den Ergebnissen der Schüler sehr interessiert. In das Energieprojekt der integrierten Gesamtschule sind auch die beiden örtlichen Grundschulen eingebunden. Im November werden alle entstandenen „Produkte“, zum Beispiel Modelle, Bilder und Aufsätze, in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Gleichzeitig soll auf dem Gelände der HBS eine Energieberatungsmesse mit Firmen und Institutionen stattfinden.

Quelle: op-online.de

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