Viele Beeren, aber wenig Kürbisse

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Für Tomaten war die viele Nässe des Sommers nicht nur ein Segen, sondern ein Fluch. Dennoch konnte Hobbygärtnerin Helga Linduschka (Foto) etliche schöne Exemplare ernten, von den winzigen Minitomaten bis zur dicken Fleischtomate.

Rodgau (pep) - Die Ernte ist für Kleingärtner die Belohnung für viele Stunden Arbeit und sorgsame Pflege des Gartens. In diesem Jahr sorgte das bunt durchmische Wetter für einige Überraschungen und ganz unterschiedliche Ernteerfolge.

Alois und Helga Linduschka freuten sich nicht nur über besonders große Äpfel. „Die Erdbeeren haben total verrückt gespielt“, wissen sie zu berichten. Auch Gurken und Tomaten sind zunächst geschossen, aber sobald sie eine gewisse Größe hatten, sind sie durch Mehltau und Fäule eingegangen.

Der viele Regen war die Ursache für das starke Wachstum, bestehen die Früchte doch überwiegend aus Wasser. Doch die viele Feuchtigkeit war es auch, die für die Fäule verantwortlich ist. Das ist zwar schade, aber mit Chemikalien gespritzt wird bei den beiden mit dem grünen Daumen nichts. Dafür freut sich Helga Linduschka über eine neue Sorte an Tomaten, die sie von der Bundesgartenschau mitgebracht hatte. Normalerweise wachsen Tomaten an Stauden, doch die „Minitomate“ wächst an einem Strauch, ähnlich einer Johannisbeere: „Das ist wirklich toll, die kann man zum Beispiel auf den Balkon hängen.“ Essen kann man die kleinen roten Früchte natürlich auch.

Der Hainhäuser Gartenfreund Erhard Renkel verbringt seit 45 Jahren seine Freizeit im Garten. Ihn begeistert die Natur, wie alles wächst und die Tatsache, dass er genau weiß, dass seine geernteten Produkte wirklich „bio“ sind. Außerdem macht ihm die Arbeit an der frischen Luft Spaß.

20 Kilogramm schwerer Kürbis könnte noch größer sein

Förderlich war das Wetter dieses Jahr für Kohlgewächse wie Weißkraut und Wirsing. Bei der Ernte sind besonders die Kürbispflanzen auf der Strecke geblieben. Den Grund dafür, dass rund die Hälfte der Gewächse nur Scheinblüten getragen haben, sieht Renkel in der ausdauernden Regenzeit, in der die Pflanzen ausgiebig Sonne gebraucht hätten. Beim Waldfest des Obst- und Gartenbauvereins zeigte er einen rund 20 Kilogramm schweren Kürbis, eigentlich können die Früchte jedoch noch viel größer und schwerer werden.

Besonders deutlich wird der Unterschied der einzelnen Sorten bei den Tomaten, wie Erhard Renkel erklärt. Während er die „normale“ Tomate sowie die kleinere Cocktailtomate länger als sonst ernten konnte, ist ein großer Teil der Fleischtomaten eingegangen. Schwüles Wetter verträgt sie nicht. Schon sehr lange habe er kein so schlechtes Erntejahr erlebt, zieht Renkel Bilanz. Aber dadurch lässt er sich die Freude am Gärtnern nicht nehmen: Es kommen bestimmt wieder bessere Jahre.

Manfred Lange von den Nieder-Röder Kleingärtnern kann die Probleme mit Tomaten nicht nachvollziehen. Bei ihm und den Nachbarn der Gartenanlage am Wiesengrund war die Tomatenernte optimal. Lediglich die Gurkenernte sei „mickrig“ gewesen, berichtet Lange. Zustimmen kann er aber den Ernteerfolgen von Beerenobst. Besonders Erdbeeren seien gut gediehen. Sogar Birnen konnten in großer Anzahl geerntet werden. Trotz hoher Befallgefahr seien sie Klasse gewachsen, führt er weiter aus. Auch Manfred Lange sieht im vielen und ausgiebigen Regen der letzten Monate den Grund der übermäßig starken Ernte. Sein Kollege Norbert Hemberger erklärt, dass Wasser für die Pflanzen immer gut sei. Problematisch seien viel eher die Trockenmonate von März bis Mai gewesen. „Aber zum Glück konnten wir in dieser Zeit ausreichend wässern“, erzählt er stolz.

Quelle: op-online.de

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