Viele Wege ins Berufsleben

Nieder-Roden (lö) ‐ 4.000 bis 5.000 Besucher informierten sich am Samstag bei der Bildungsmesse über Wege in den Beruf.

Fast 120 Firmen, Behörden, duale Studiengänge, soziale Einrichtungen und Förderprojekte stellten sich vor und machten die Veranstaltung zur größten nicht kommerziellen Bildungsmesse in der Region. Diese Vielfalt verwunderte sogar Hessens Minister für Justiz, Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn (FDP), bei seinem Rundgang durch die städtische Sporthalle und die Heinrich-Böll-Schule.

Mehr Eindrücke von der Messe:

Bildungsmesse in Nieder-Roden

Integration stand als Leitmotiv über der Bildungsmesse. Stadtrat Michael Schüßler (FDP) hob die Schwierigkeiten ausländischer Jugendlicher, einen guten Schulabschluss zu erwerben, hervor: 30 Prozent aller Rodgauer Grundschüler, aber nur gut 10 Prozent aller Abiturienten haben einen Migrationshintergrund. „Das ist ein Verlust, den sich Rodgau, Hessen und Deutschland nicht leisten können“, sagte Schüßler.

Gerade bei jungen Ausländern verlaufe der Übergang von der Schule in den Beruf nicht immer konfliktfrei. Auch scheinbar vollständig integrierte Jugendliche sind zwischen den eigenen Wünschen und den Forderungen der Eltern hin- und her gerissen.

„Viele Bewerber nicht ausbildungsreif“

Die Rodgauer Bildungsmesse ist für viele Firmen aus der Region die wichtigste Kontaktbörse zu ihren künftigen Auszubildenden. Georg Lang, Ausbilder beim Textilmaschinenhersteller Karl Mayer in Obertshausen, suchte in Nieder-Roden schon nach den Lehrlingen und Studenten für 2012. In den vergangenen Jahren sei er hier immer fündig geworden.

Lang und sein Kollege Thomas Hofferberth von der Firma Henkel-Feinmechanik (Weiskirchen) beklagten, dass viele Bewerber nicht ausbildungsreif seien. Ihnen fehlten wichtige Kenntnisse in Mathe und den Naturwissenschaften, das Arbeits- und Sozialverhalten werde von ihren Lehrern mit der Note 4 und schlechter bewertet, unentschuldigte Fehltage vervollständigen das Bild.

Insofern war das Bewerbertraining, das der Darmstädter Pharmariese Merck anbot, ein ebenso sinnvoller wie notwendiger Punkt im Programm der Bildungsmesse.

Quelle: op-online.de

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