Mixed Voices wachsen

Spürbarer Zusammenklang von Gesang und Gesundheit

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Aufgewärmt werden Körper, Stimme und Geist, ehe es bei den „Mixed Voices“ in die intensive Chorprobe geht – da sorgt schon ihr Dirigent Stephan Wolf dafür. :

Jügesheim - „Gesund durch Singen“: Mit diesem Motto, das aufhorchen lässt, starteten der Sängerbund mit seinen 74 Gesangvereinen und der Kreis Offenbach gemeinsam mit Ärzten und Krankenkasse eine ungewöhnliche Aktion. Von Christine Ziesecke

Ziel ist nicht nur die Werbung für die Chöre, sondern auch die Vermittlung der Freude und der Gewinne für Körper, Geist und Seele beim Singen. Beispielhaft dafür steht der gemischte Chor „Mixed Voices“ in Jügesheim.

„Wir sind ein Laienchor mit rund 40 Sängerinnen und Sängern mit viel Freude am Einstudieren und Singen neuer Werke - mehrstimmiger Chorsätze von Klassik bis zu Gospels ebenso wie Popsongs, vom 15. Jahrhundert bis in die Neuzeit.“ So beschreiben sich die Mixed Voices, der gemischte Chor des AGV Sängerkranz Jügesheim. Jeden Mittwoch proben sie ab 20 Uhr unter der Leitung von Stephan Wolf im evangelischen Gemeindehaus Jügesheim. Als Dankeschön bereichern sie einmal im Quartal den Gottesdienst mit ihrem Gesang – nicht ohne ein populäres weltliches Stück zum Schluss.

Gesang hat therapeutische Wirkungen

Krankenkasse, Gesangvereine Ärzte und der Sängerkreis ziehen bei der Aktion „Gesund durch Singen“ an einem Strang.

Auf rund zehn bis zwölf Auftritte bringen sie es im Jahr, dazu kommen Probenwochenenden mit viel Geselligkeit am Rande des Singens. Entgegen der allgemeinen Tendenz ist der Chor in den letzten Jahren gewachsen – nicht nur, weil Stephan Wolf eine spürbare Bereicherung der Gruppe ist. „Wir zeigen einfach bei unseren Auftritten, was wir können und wie viel Spaß es uns macht – das macht auch bei den Zuhörern Lust auf mehr.“

Chorgesang als die beste und billigste Medizin für Menschen im Jahr 2013? Der Dirigent nennt viele therapeutische Wirkungen des Gesangs – positive Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele. Da ist einmal die Bewegung am Beginn jeder Probe, die aufrechte Haltung und die nötige Körperspannung, das Training der Lungen und die Schulung der Atemtechnik. Das Singen selbst pflegt die Stimme und bringt den Körper in Schwung, sagt der Chorleiter, und der muss es wissen.

Neue erproben, wie weit ihr Stimmumfang reicht

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Sangesfreudige Menschen zwischen 15 und 72 Jahren sind hier beieinander. Mancher von ihnen ist erst im gesetzten Alter zu dem früheren Jugendchor gestoßen. Am Klavier können Neue erproben, wie weit ihr Stimmumfang reicht, aber generell gilt: „Jeder kriegt eine Chance!“ Das bedeutet aber auch: „Der Chor erfordert eine Menge Disziplin und Respekt: Klappe halten, wenn die anderen Stimmen singen“, schmunzelt Stephan Wolf. Auch die Vorsitzenden Elke Wörner und Anette Schwarz finden zahllose Gründe, weshalb der Chor ihnen gut tut, und das unter einem anderen Aspekt. Jeder Auftritt ist Aufmerksamkeitstraining, zunächst die Anspannung, danach die Entspannung, dazu das Erfolgserlebnis: „Das sind Situationen, von denen man lange zehren kann.“

Die Sängerinnen und Sänger sind sich einig: Es macht einfach Spaß. Selbst bei schwerer Chorliteratur verbreitet sich eine innere Heiterkeit und Gelöstheit, wenn es erst „sitzt“. „Wenn ich gestresst bin, gehe ich trotzdem gern singen“, fasst es Elke Wörner zusammen, „ich empfinde Freude darüber, entspannt in harmonischer Atmosphäre gemeinsam etwas tun können, um die Arbeitsatmosphäre abzustreifen.“ Die Seele genießt mit - und die Geselligkeit steht durchaus nicht nur an Geburtstagen und bei den sich entwickelnden Freundschaften ganz weit vorn.

„Ich habe schon viele Chöre geleitet, aber der hier ist wirklich gut“

„Das ist wirklich eine muntere Truppe, die sich gut versteht und ein breit gefächertes, vielfältiges Repertoire hat“, bescheinigt der Dirigent, der die Mixed Voices seit zwei Jahren leitet – eine offensichtlich gute Kooperation. „Ich habe schon viele Chöre geleitet, aber der hier ist wirklich gut: Sie lernen schnell, es geht flott. Sie sind offen auch für neue Dinge, egal ob Jazz, deutsche Chorliteratur, englisches, lateinisches, französisches Liedgut- auch die älteren Semester ziehen da voll mit.“ Und er verrät zugleich: „Hier wird aber auch jeder mitgetragen.“

Die nächste Herausforderung steht vor der Tür: Am 26. Mai ab 11 Uhr gibt’s „Erdbeerklang“, eine Matinee mit 13 befreundeten Chören, jeder mit drei Titeln. Musikgenuss und Gaumenfreuden erwarten die Besucher in der Aula der Georg-Büchner-Schule. Das ist nicht das klassische Freundschaftssingen, sondern die Gelegenheit vor musikalischer Kulisse drinnen und draußen locker zusammensitzen bei Leckereien wie Erdbeeren und Spargel. „Wir erhoffen uns davon viel gemeinsame Geselligkeit rund um Pop und Klassik“, sagt Elke Wörner – und auch Erdbeeren und Spargel sollen ja durchaus gesund sein.

www.agvsaengerkranz.de

Quelle: op-online.de

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