Aufpassen, wohin man tritt

Gänsekot am Badesee - die Kehrseite der Natur

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Neben Kanadagänsen (Foto) bevölkern auch Grau- und Nilgänse den See. Badegäste ärgern sich über ihre Hinterlassenschaften.

Nieder-Roden - „O diese gottverdammten Gänse!“ Strandbad-Besucherin Magdalena Rebel macht auf ein Problem aufmerksam, das in diesem Frühjahr „gehäuft“ auftritt. Auf der Liegewiese am See wird sie beinahe auf Schritt und Tritt mit den Ausscheidungen des Federviehs konfrontiert.

Die Schwimmmeister versuchen, der Vogelkot-Plage Herr zu werden. Doch die Gänse sind schneller.

Magdalena Rebel (76) ist seit drei Jahrzehnten Stammgast am Badesee. Doch in diesem Jahr kann sie sich über die Strandsaison nicht so recht freuen. Das liegt nicht nur am Wetter und am fehlenden Handlauf, der den beschwerlichen Aufstieg über den Sand erleichtern könnte.

„Viel schlimmer als in den letzten Jahren“

Das naturnahe Idyll hat buchstäblich eine Kehrseite. Es ist die Kehrseite der Gänse. „So eine Sauerei!“, schimpft die Rentnerin. Bevor sie morgens ihre Decke ausbreitet, muss sie erst mal sauber machen. „Das ist viel schlimmer als in den letzten Jahren“, meint Magdalena Rebel. Letzten Samstag griff ein anderer Badegast zur Selbsthilfe: Er besorgte sich eine Zange, pickte den Kot auf und ließ sich dabei per Handy filmen. Den Videoclip wollte er im Internet veröffentlichen.

„Der Vogelkot ist eine Belästigung, keine Frage“, sagt Uwe Müller-Klausch von der Stadtverwaltung. Die jüngste Häufung erklärt er mit drei Ursachen: mehr Gänse, weniger Personal und viel Regen. „Durch die anhaltende Feuchtigkeit wächst der Rasen in einer ungeahnten Geschwindigkeit. Einer unserer Schwimmmeister macht jeden Morgen das Zeug aus dem Sand weg. Aber was im Gras liegt, sieht er nicht.“

Jeder Bruterfolg vergrößert die Population

Die Hauptaufgabe der Schwimmmeister ist die Badeaufsicht. In diesem Jahr sind sie nur zu dritt: Seit Peter Ruckelshausen im Ruhestand ist, ist es noch nicht gelungen, seine Stelle wieder zu besetzen. „Die Mitarbeiter tun, was sie können“, betont Müller-Klausch. Ein Gänseproblem gebe es aber auch an anderen Seen der Region.

Kanada- und Nilgänse machen sich zunehmend in Mitteleuropa breit. Meist kehren die Tiere an den Ort zurück, an dem sie geschlüpft sind. Jeder Bruterfolg vergrößert die Population.

Gegenüber den Menschen verhalten sich die Gänse zutraulich. Gelegentlich watscheln sie um die Handtücher der Badegäste herum. Ihr einziger natürlicher Feind ist der Fuchs. Uwe Müller-Klausch berichtet von einer Beobachtung am Badesee: „Der Fuchs zieht den Schwanz ein, dreht sich um und läuft weg, wenn er die Gänse sieht.“ Wo die natürliche Auslese versagt, wird der Ruf nach dem Jäger laut. Die Jagd auf Grau- und Kanadagänse ist von August bis Oktober erlaubt.

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Quelle: op-online.de

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