Vollgas bis zum Abheben

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Carsten Klier, Hobbyklasse (links) und Oliver Simon, Expert (rechts), beide vom RC Rodgau beim Tanken und Einstellen der Autos.

Dudenhofen - (pep) Zum vierten Lauf des Hessencups 2009 heulten auf der Anlage des Racing Clubs Rodgau am Wochenende die Motoren. Insgesamt 110 Teilnehmer hatten sich angemeldet, davon 80 in der Liga der Hobbyfahrer und 30 so genannte Expert-Fahrer.

Je zwölf Fahrer pro Gruppe steuerten ihre Modellautos nach dem freien Training in mehreren Vorläufen fünf Minuten lang über die Strecke. Aus diesen Platzierungen werden die Finalläufe ermittelt, die dann zehn oder gar 30 Minuten dauern können.

Der Racing Club Rodgau wurde 1988 von sieben begeisterten Fahrern gegründet und hat sich dem Rennsport mit ferngesteuerten Modellautos verschrieben. Der Verein unterhält eine eigene permanente Rennstrecke mit einer Länge von 240 Metern. Neben Clubabenden, Vereinsmeisterschaften, Weihnachtsfeiern und dem Vereinsausflug, fahren die Aktiven zu Rennen, Sportkreismeisterschaften, Deutschen Meisterschaften und Europameisterschaften. Doch die meiste Zeit des Vereinslebens spielt sich auf den Rennstrecken ab.

Wenn die Fahrer nicht auf Rennveranstaltungen in ganz Deutschland sind, verbringen sie die Wochenenden auf der heimischen Anlage. Dort wird gegrillt, gemeinsam gefahren, geschraubt und geredet.

Auf der Strecke gibt es kein Pardon. Dort wird Gas gegeben, was Motor und Fahrwerk hergeben. Leicht heben die Modellautos bei dieser Hatz einmal ab und machen Luftsprünge. Wenn man dabei mal bloß nicht aus der Spur kommt . . .

Bei gutem Wetter wird auch dort gezeltet. Bei den Rennen selbst gibt es keine Teams, aber natürlich hilft man sich unter Vereinskollegen und Freunden einmal aus und teilt sich einen Unterstand. Zusätzlich zu dem erweiterten und überdachten Fahrerstand ist die vorher sehr einfach gehaltene Strecke durch viel Arbeitseinsatz der Mitglieder in einen anspruchsvollen Parcours mit Sprungschanzen, Holzpodesten und Hindernissen umgebaut worden.

Bei den Autos gibt es feste Regeln. So sind Größe, Hubraum und Tankinhalt vorgeschrieben. Dennoch bleibt ein gewisser Spielraum, der sich ganz an den finanziellen Möglichkeiten der Fahrer orientiert.

Ein bereits fertig montiertes Einsteigermodell kostet etwa 500 Euro, ein Bausatz ohne Motor kann bis zu 2 000 Euro kosten. Dazu kommen Verschleißteile, unterschiedliche Reifen und die Tankfüllung in Form von speziellem Benzin.

Der 26-jährige Vorsitzende Oliver Simon hat vor zwei Jahren das Amt seines Vaters übernommen. Er hat bereits im Alter von sechs Jahren angefangen, sich für die Verbrennerautos im Maßstab 1:8 zu interessieren.

Sein größter Erfolg war 2007 der Titel des Europameisters in der Liga der noch nicht komplett gesponserten Fahrer. Der Verein zählt seit langer Zeit konstant um die 35 Mitglieder, wovon im Moment 15 Fahrer aktiv sind. Zehn in der Hobby-Klasse, fünf fahren Expert. Das jüngste Mitglied ist zwölf Jahre alt, der Schwerpunkt liegt bei den jungen Erwachsenen. Frauen gibt es leider keine am Joystick der Fernbedienung, bedauert Oliver Simon.

Quelle: op-online.de

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